WAS IST DIE NATIONALE FRAGE AUF DER KRIM?
I. DIE NATIONALITÄTEN AUF DER KRIM
1 DIE UKRAINER
2 DIE RUSSEN
3 DIE KRIMTATAREN
4 DIE KRIMDEUTSCHEN
Wiedergeburt und
Landsmannschaft
Der Fall
Gödeking
II. DIE KRIM UND ZWEI RUSSISCH-UKRAINISCHE
BEZIEHUNGEN
1 MOSKAU KIEW
2 SIMFEROPOL KIEW
III. MISSIONEN AUF DER KRIM
1 DIE UN-MISSION
Das CIDP
Das UNHCR
2 DIE OSZE - MISSION
IV. JÜNGSTE EREIGNISSE UND SCHLUßFOLGERUNGEN
II. Die Krim und zwei russisch-ukrainische
Beziehungen
Neben der Frage nach den verschiedenen Nationalitäten auf der Krim ist
die Nationale Frage vor allem die Frage nach der staatlichen Zugehörigkeit
der Krim. Nachdem sie 170 Jahre zu Rußland gehört hatte, wurde
die Halbinsel 1954 der Ukraine übergeben.
Heute sind zwei Drittel der Krim-Bewohner Russen. Diese Situation sorgt für
eine Menge Konfliktstoff zwischen den Russen auf der Krim und in Rußland
und den Ukrainern. Um die verzwickte Lage deutlich zu machen, werde ich
versuchen, die Beziehungen zwischen Moskau und Kiew und zwischen Simferopol
und Kiew zu
beleuchten.
Das Schicksal der Krim und die Zukunft der Schwarzmeerflotte (SMF) sind die
wichtigsten Punkte in der Beziehung zwischen den beiden größten
Staaten Osteuropas, Rußland und der Ukraine. Das Verhältnis zwischen
Moskau und Kiew muß man vor dem Hintergrund der Tatsache betrachten,
daß die Mehrheit der politischen Kräfte in Rußland davon
überzeugt ist, daß der gegenwärtige Zustand der
Unabhängigkeit der Ukraine nur vorübergehend ist, und daß
es über kurz oder lang zu einer Wiedervereinigung der Länder kommen
wird.
Glücklicherweise hat sich die russische Regierung diese herausfordernde
Position nicht zu eigen gemacht, sondern akzeptiert die Eigenstaatlichkeit
der Ukraine. Zu dieser Eigenstaatlichkeit gehört auch die
Zugehörigkeit der Krim zur Ukraine, die von Präsident Boris Jelzin
nicht in Frage gestellt wird.
Auch hier befindet er sich im Gegensatz zu einem Großteil seines Volkes
und der politischen Kräfte in Rußland, die den Transfer von 1954
als unrechtmäßig und den gegenwärtigen Zustand als
unnatürlich empfinden.
Einen Angriffspunkt fanden diese nationalistischen Kräfte im Status
von Sewastopol, dem Standort der SMF. Die Stadt war seit 1948 direkt der
sowjetischen Führung in Moskau unterstellt, weshalb sie nach Ansicht
der Nationalisten nicht Bestandteil des Transfers der Krim 1954 war. Mit
diesem Argument erklärte das russische Parlament, die Duma, Sewastopol
im Juli 1993 zu einer russischen Stadt, ein Schritt, der von der großen
Mehrheit der Bevölkerung unterstützt wurde.
Die Ukraine rief daraufhin den UN-Sicherheitsrat an, der die Erklärung
der Duma für null und nichtig erklärte und die territoriale
Integrität der Ukraine bestätigte. Trotz dieser Entscheidung wurde
in den letzten Jahren die Forderung nach einer Eingliederung Sewastopols
nach Rußland immer wieder lauthals erhoben.
Neben der Duma machen sich vor allem der Moskauer Bürgermeister Juri
Luschkow und der ehemalige Sicherheitsberater Präsident Jelzins, Alexander
Lebed in dieser Sache stark. Beide sind potentielle Nachfolger des kranken
russischen Präsidenten, die hoffentlich mit ihrer Agitation nur versuchen,
über die nationalistische Schiene Unterstützer hinter sich zu
versammeln.
Die russischen Nationalisten verknüpfen das Schicksal Sewastopols mit
dem der gesamten Krim. Ihre Kalkulation lautet: fällt Sewastopol an
Rußland, so folgt die Halbinsel auf dem Fuße. Als sich daher
im Sommer 1994 Sewastopol zu einer russischen Stadt erklärte, und damit
faktisch von der Krim abtrennte, verurteilten selbst sie diesen Schritt.
Obwohl die russische Regierung unter Präsident Jelzin also nicht auf
einen Anschluß Sewastopols und der Krim hinarbeitet, versucht sie doch
mit der SMF einen militärischen Fuß in der ukrainischen Tür
zu behalten. Die Verhandlungen um die Zukunft der SMF finden in der westlichen
Welt die größte Beachtung, und darum will ich hier nur einen kurzen
Abriß der Problematik geben, da die SMF an sich einer eigenen Studienarbeit
bedürfte.
Nach dem Zerfall der SU hätte man annehmen können, daß die
Ukraine und Rußland sich relativ schnell und pragmatisch über
eine Aufteilung der SMF einigen würden. Doch dies gelang nicht, und
inzwischen beherrscht eine sehr emotionale Rhetorik die Diskussion. In
Rußland wird dabei der Mythos von einer großen Marine-Tradition
gepflegt, obwohl die russische Marine nie eine wichtige Rolle in der Geschichte
spielte, die SMF schon gar nicht.
Und auch heute hat die SMF wohl kaum strategische Bedeutung, zumindest was
ihre alternden Schiffe, Flugzeuge und Hubschrauber angeht. Anders dagegen
die militärischen Objekte der SMF an Land, die fast ein Drittel der
Gesamtfläche der Krim ausmachen. Hier will Rußland auch weiterhin
Streitkräfte stationieren, von deren Stützpunkten sich im Falle
eines militärischen Konfliktes das Schwarze Meer beherrschen und die
ukrainische Küste schnell erobern ließe. Für die Ukraine
ist dieses russische Verlangen natürlich ein enormes Problem, stellt
es doch ihre territoriale Souveränität in Frage.
Und so traten die Ukraine und Rußland in den vergangenen fünf
Jahren in immer neue Verhandlungsrunden. Es wurden immer neue Verträge
unterzeichnet, bei der sich eine Lösung herauskristallisierte, nach
der die SMF in gleiche Hälften geteilt wird. Rußland kauft der
Ukraine einen Großteil der Schiffe ab, bzw. erläßt ihr einen
Teil der gigantischen Energieschulden. Der russische Teil der SMF wird in
Sewastopol stationiert, Rußland muß für diesen Stützpunkt
einen Mietvertrag mit der Ukraine abschließen, über dessen Dauer
jedoch noch Uneinigkeit besteht (zwischen 20 und 97 Jahren).
Doch es ist noch kein endgültiges Abkommen von Moskau und Kiew unterzeichnet
worden, so daß die SMF wohl auch weiterhin für Aufmerksamkeit
sorgen wird. Vielleicht wäre es das Beste, einem zynischen ukrainischen
Vorschlag zu folgen: Man sollte alle Schiffe der SMF auf See schicken, wo
jedes einen Treffer kassieren müßte. Nur die danach an der
Oberfläche schwimmenden wären offensichtlich den Streit zwischen
Rußland und der Ukraine wert. Eine solche Prozedur würde das Problem
SMF schnell lösen...
Aber im Ernst, die Krim bleibt ein heikler Punkt in der Beziehung zwischen
Moskau und Kiew. Im Moment bietet sich für russische Nationalisten durch
die liberale Minderheitenpolitik der Ukraine, die der Krim weitgehende
Autonomierechte einräumt, keine Möglichkeit zu einer verstärkten
Agitation. Doch sollten sie in Moskau die Oberhand gewinnen, kann es schnell
zu schwerwiegenden Auseinandersetzungen zwischen der Ukraine und Rußland
kommen.
Die Krim ist Bestandteil der Ukraine, aber die Mehrheit ihrer Bewohner sind
Russen, die die politischen Kräfte auf der Halbinsel dominieren. Und
so ist die Beziehung zwischen Simferopol und Kiew seit der ukrainischen
Unabhängigkeit 1991 geprägt vom Streben nach
größtmöglichen Autonomierechten auf der einen und der
Notwendigkeit zur Wahrung der territorialen Integrität auf der anderen
Seite.
Auf der Krim beherrschten lange Zeit russische Nationalisten und (Ex-)Kommunisten
die politische Bühne. Ehemalige Parteifunktionäre und Offiziere,
die sich auf der Krim zur Ruhe gesetzt haben, machen einen bemerkenswert
hohen Anteil der Bevölkerung aus. Und so verwundert es nicht, daß
das Krim-Parlament in Simferopol auf Autonomie von der Ukraine, einen
Anschluß an Rußland und sogar die Wiederherstellung der SU
hinarbeitete.
Im Mai 1992 rief das Krim-Parlament die "Republik Krim" als souveränen
Staat aus. Ein Schritt, der natürlich sofort auf massiven Widerstand
Kiews traf. Es wurde ein Kompromiß gefunden, der der Krim weitgehende
Autonomierechte, sowie das Recht zu einer eigenen Verfassung einräumte.
Die Kompetenzen zwischen Simferopol und Kiew wurden abgegrenzt, aber die
Halbinsel blieb Bestandteil der Ukraine. Es folgte ein Jahr relativer Ruhe.
Doch mit den ersten freien Präsidentschafts- und Parlamentswahlen auf
der Krim zu Beginn des Jahres 1994 verschärfte sich die Lage. Während
des Wahlkampfes fielen mehrere Politiker Mordanschlägen zum Opfer. Die
Wahlen endeten mit einem klaren Sieg des russischen Nationalisten Juri Meschkow
und seinem pro-russischen Bündnis. Ein Ausgang, den die ukrainische
Regierung so nicht erwartet hatte. Kiew hatte die Gefahr des russischen
Separatismus auf der Krim deutlich unterschätzt.
Schon bald kam es wieder zu Spannungen. Im Mai 1994 wiederholte das
Krim-Parlament seinen Schritt vom Mai 1992 und beschloß eine entsprechende
Verfassung für die unabhängige Republik. Das ukrainische Parlament
erklärte die Aktion für illegal - es kam wieder zu
Kompromiß-Verhandlungen. Gleichzeitig bröckelte die
Unterstützung für Krim-Präsident Meschkow in seinem pro-russischen
Block, und im Herbst 1994 wurde er faktisch entmachtet.
Die ukrainische Regierung unter dem neuen Präsidenten Leonid Kutschma
wartete auf einen günstigen Augenblick, um den separatitischen Bestrebungen
auf der Krim ein Ende zu setzen.
Im März 1995 war der Zeitpunkt gekommen. Simferopol plante ein Referendum
über die Unabhängigkeit, doch die russischen Kräfte waren
zerstritten und die Bevölkerung hatte die Auseinandersetzungen satt.
Und so stieß die Aufhebung der Krim-Verfassung und die Abschaffung
der Krim-Präsidentschaft durch Kiew kaum auf Protest auf der Halbinsel.
Gleichzeitig wurde das Krim-Parlament aufgefordert, eine neue Verfassung
im Einklang mit ukrainischem Recht zu erarbeiten.
Die Spaltung im Krim-Parlament schritt weiter fort, 45 der 96 Abgeordneten
forderten gar Kiew auf, das Parlament aufzulösen. Auch die Diskussion
um die neu zu schreibende Verfassung trug nicht zu einer größeren
Geschlossenheit bei, im Gegenteil. Beim Kräfteverhältnis in diesem
Parlament sind neben der Zerstrittenheit des russischen Blocks noch zwei
weitere Aspekte interessant.
Zum einen stehen die Krimtataren klar auf der Seite Kiews. Sie verfolgen
das - wenn auch zur Zeit utopische - Ziel einer Nationalen Krimtatarischen
Republik. Daher wenden sie sich gegen jegliche Schritte hin zu einer
russisch-dominierten Autonomen Republik Krim. Somit erscheint es logisch,
daß sie eine taktische Allianz mit der ukrainischen Regierung eingingen,
und daß daher die 14 krimtatarischen Abgeordneten in Simferopol gegen
die russische Mehrheit arbeiten.
Zum anderen gewinnt die bürgerliche Partei der wirtschaftlichen Wiedergeburt
mit ihrem Vorsitzenden Wladimir Schewiew zunehmend an Macht auf der Krim.
Zwar haftet Schewiew der Ruf der Korruption an, doch gilt er bei vielen als
Mann der Zukunft.
Er vertritt eine sehr liberale Linie in Bezug auf die nationalen Minderheiten
und arbeitet an guten (vor allem geschäftlichen) Beziehungen mit Kiew.
Da seine Partei als einzige in Kiew registiert ist, wird sie möglicherweise
auch als einzige zu den nächsten Wahlen in etwa zwei Jahren zugelassen.
Es spricht also vieles für eine Entspannung in der Auseinandersetzung
zwischen Kiew und Simferopol. Die Blütezeit der pro-russischen
Autonomiebewegung scheint vorüber, mit den neuen Konstellationen
wächst der Einfluß Kiews. Und doch birgt die schlechte wirtschaftliche
Lage in der Ukraine immer die Gefahr eines aufflammenden Begehrens der russischen
Bevölkerung auf der Krim, sich dem potenteren Rußland
anzuschließen.
Seit Ende 1994 existiert eine Mission der Vereinten Nationen (UN) in Simferopol,
das Integrations- und Entwicklungs-Programm auf der Krim (CIDP). Ziel des
Programmes ist es, den heimkehrenden Völkern, und hier vor allem den
Krimtataren, bei ihrer Eingliederung auf der Krim zu helfen.
Die UN, die oft Kritik einstecken müssen, da sie meist erst nach Ausbruch
eines Konflikts aktiv werden, arbeiten auf der Krim präventiv. Sie haben
erkannt, daß hier aufgrund von ethnischen, sozialen, politischen und
ökonomischen Faktoren, die mit der Rückkehr von Hunderttausenden
Deportierten verbunden sind, ein wachsendes Potential für ernste Konflikte
vorhanden ist.
Sie verfolgen daher ein Konzept der präventiven Entwicklung, das in
Zentral-Amerika bereits erfolgreich war, und das eine Versorgung der
Grundbedürfnisse der Neuankömmlinge sowie den Aufbau demokratischer
Strukturen auf lokaler Ebene vorsieht.
Finanziert wird das Programm mit Geldern der UN, der Ukraine, der Niederlande,
Norwegens, der Türkei und Italiens. Es werden
Unterstützungs-Konferenzen abgehalten, auf denen über die Entwicklung
informiert und um neue Mittel gebeten wird.
Die rückkehrenden Krimtataren leben in oft katastrophalen
Verhältnissen. Sie mußten feststellen, daß in ihren ehemaligen
Häusern nun Russen und Ukrainer leben. Statt ihr Eigentum
zurückzufordern, besetzten die Heimkehrer einfach freies Land, und begannen
dort neue Häuser zu bauen. Diese illegale Landnahme stieß zuerst
auf erheblichen Widerstand bei den Behörden, und es kam zu vereinzelten
Übergriffen von Milizen und aufgehetzten Bevölkerungsgruppen, bei
denen einige krimtatarische Siedlungen zerstört wurden. Doch inzwischen
wurden viele der Siedlungen nachträglich legalisiert.
Das schwerwiegendste Problem ist für die Krimtataren zur Zeit das Geld.
Der Erlös aus dem Verkauf ihrer Wohnungen und Autos in Usbekistan reicht
nicht aus, um auf der Krim neue Häuser zu bauen. Daher sieht man auf
der gesamten Halbinsel Siedlungen mit halbfertigen Häusern. Viele Familien
leben in einem notdürftig hergerichteten Raum, und warten darauf, sich
neues Baumaterial leisten zu können, um das Haus fertigzustellen. Doch
dieser Zustand dauert für viele schon zu lange an, die Arbeitslosigkeit
betrifft etwa 70 Prozent der krimtatarischen Bevölkerung, und wo keine
Arbeit, da kein Geld und auch kein Baumaterial.
Selbst Familien, die es geschafft haben, ein Haus zu vollenden, leben unter
erbärmlichen Umständen, oft ohne Wasser und Strom. Da die Krimtataren
neue Siedlungen anlegen, müssen sie neben den Häusern auch die
gesamte Infrastruktur neu aufbauen, wozu sie allein nicht in der Lage sind.
Die UN versuchen nun, bei der Lösung dieser Probleme zu helfen. Sie
unterstützt einige Siedlungen bei der Verlegung von Wasser- und
Stromleitungen, beim Bau von Straßen und Schulen. Sie hilft beim Aufbau
eines Gesundheitssystems und vergibt Kredite an Familien zur Beschaffung
von Baumaterial. Daneben finanziert sie die Gründung von kleinen Gewerben,
wie z.B. Webereien und Werkstätten.
Einen beispielhaften Fall für die wichtige Hilfe der UN erlebte ich
in einer krimtatarischen Siedlung, in der es nur einen kleinen Laden in einem
Bauwagen gab. Die UN besorgten diesem Laden einen Kühlschrank, denn
nur so konnte er Fleisch verkaufen, was den Umsatz um 200 Prozent steigerte.
Neben solch praktischer Hilfe liegt das Augenmerk der UN auf der Herausbildung
demokratischer Strukturen innerhalb der Siedlungen, sowie auf der Stärkung
der Rolle der Frauen. Dazu wird in jeder unterstützten Siedlung ein
Planungs-Komitee gewählt, das Vorschläge für Vorhaben macht,
die dann in Zusammenarbeit mit den UN realisiert werden. Außerdem wird
ihnen etwas Geld zur Gründung einer kleinen Gemeinschaftsbank zur
Verfügung gestellt, die dann kleine Kredite vergeben sowie Ersparnisse
mobilisieren kann.
Die etwa zehn Mitarbeiter der UN-Mission in Simferopol leisten einen
unschätzbaren Beitrag zum friedlichen Zusammenleben der Nationalitäten
auf der Krim. Es ist diese Arbeit vor Ort, die die Vereinten Nationen
unverzichtbar macht. Daher bleibt zu hoffen, daß alle Staaten der Erde
die UN verstärkt unterstützen und mit ihnen
zusammenarbeiten.
Auch das Hohe Kommissariat für Flüchtlinge der UN (UNHCR) kümmert
sich um die Krim. Nicht alle der heimkehrenden Krimtataren kamen freiwillig.
Einige Tausend flohen aus Kriegsgebieten wie Tadschikistan, Tschetschenien
und Abchasien und leben nun in notdürftig hergerichteten
Flüchtlingsheimen auf der Halbinsel.
Das UNHCR hilft bei der Verbesserung der Lebensbedingungen in den Heimen.
Daneben unterstützt es die Krimtataren bei der Klärung von Problemen,
die die Staatsangehörigkeit betreffen. Dazu hilft es den Herkunftsstaaten
bei der Entwicklung angemessener Rechtsgrundlagen.
Allerdings verfügt die UNHCR-Mission nicht über ausreichende
finanzielle Mittel, so daß sich ein Mitarbeiter nur zeitweise auf der
Krim
aufhält.
Neben der UN-Mission arbeitet seit eineinhalb Jahren auch eine Langzeitmission
der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
in der Ukraine. Das Hauptaugenmerk der Mission liegt auf der Krim-Problematik,
und so arbeiten drei der sechs Mitarbeiter in Simferopol.
Aktivitäten der OSZE im eigenen Land werden wohl von keiner Regierung
gern gesehen, deuten sie doch auf größere Konflikte hin. Und so
war auch die ukrainische Regierung zu Beginn eher skeptisch. Doch inzwischen
hat sich das Verhältnis entspannt, wohl auch, weil die OSZE die territoriale
Integrität der Ukraine nicht in Frage stellt, und so jegliche Aspekte
einer Loslösung der Halbinsel für sie tabu sind.
Die Arbeit der OSZE umfaßt zwei Bereiche. Zum einen beobachtet sie
die politischen und wirtschaftlichen, aber auch die die Menschenrechte
betreffenden Vorgänge in der Ukraine und auf der Krim. Die Mitarbeiter
der Mission verfassen Berichte für die Mitgliedsstaaten der OSZE und
sorgen so für einen stetigen Informationsfluß.
Zum anderen beraten die OSZEler, unter ihnen Spezialisten auf Feldern wie
Wirtschaft und Recht, die Regierungen und Parlamente in Simferopol und Kiew.
So vermittelten sie bei Verfassungsfragen oder bei Rechtsfragen, die mit
der Rückkehr der Krimtataren zusammenhängen. Die OSZE versucht
also, über Kontakte zu Regierungs- und Behördenvertretern, zu
Politikern und Wirtschaftsleuten auf eine Entspannung der vielen Konflikte
auf der und um die Krim Einfluß zu nehmen.
Die Mission leistet eine wichtige Arbeit, die zwar nicht medienwirksam ist,
der aber bei der Verhinderung von Eskalationen auf der Krim entscheidende
Bedeutung
zukommt.
IV. Jüngste Ereignisse und
Schlußfolgerungen
Auch nach meiner Abreise gab es wichtige Ereignisse, die ich zur umfassenden
Information des Lesers noch nachreichen möchte. Gleichzeitig bietet
sich mir hier die Gelegenheit noch ein paar Schlußfolgerungen für
die Zukunft zu ziehen.
Ein wichtiger Teilnehmer beim Ringen um die Zukunft der Krim hat in meiner
Arbeit keine Beachtung gefunden - die Türkei.
Ihr Vorgänger, das Osmanische Reich, beherrschte die Krim über
viele Jahrhunderte hinweg. Mit der Rückkehr des eng mit dem Türkischen
verwandten Volkes der Krimtataren steigt auch das Interesse Ankaras an der
Halbinsel.
Bei seinem Besuch in Ankara Anfang Dezember 1996 betonte der ukrainische
Präsident Kutschma denn auch, daß die Krimtataren Brücken
zur Türkei bauen würden. Ankara sicherte im Gegenzug zu, beim
Häuserbau für die Rückkehr zu helfen.
Die Haltung Ankaras in die Krim betreffenden Fragen wird sicherlich einer
der interessantesten Aspekte für die Zukunft der Halbinsel. Mit dem
aufkeimenden Nationalismus in der Türkei ist allerdings Skepsis angebracht,
ob ihre Einflußnahme zur Entschärfung der Lage beitragen wird.
In den vergangenen zweieinhalb Monaten hat die Diskussion um die
Schwarzmeerflotte und den Status Sewastopols wieder schärfere Formen
angenommen. Am 24. Oktober einigte sich Präsident Kutschma mit
Präsident Jelzin in Moskau - offizieller Darstellung nach - über
die strittigen Fragen. Jelzin sollte zu einer feierlichen Unterzeichnung
eines Abkommens in die Ukraine reisen, wenn er sich von seiner Herz-Operation
Anfang November erholt haben sollte. Hat er bis heute noch nicht, und die
Einigung war wohl doch noch nicht so vollkommen, wie die beiden Präsidenten
glauben machen wollten.
Begleitet wurde und wird die angenommene Einigung von lautstarken Protesten
von Teilen der russischen Politik-Szene. Die russische Duma verabschiedet
eine Resolution nach der anderen, in denen Sewastopol und indirekt die gesamte
Krim zu russischem Territorium erklärt werden. Auch Alexander Lebed
und der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow setzen ihre nationalistische
Kampagne fort, die sie wohl auf den Präsidentensessel hieven soll, aber
für die russisch-ukrainischen Beziehungen Gift ist.
Luschkow kündigte am 27. Dezember an, er werde Sewastopol im Januar
besuchen, obwohl das ukrainische Außenministerium angedroht hat, es
werde ihn zur Persona non Grata erklären, um einen solchen Besuch zu
verhindern.
Am gleichen Tag erklärte Präsident Kutschma, er werde einer
Übergabe Sewastopols an Rußland niemals zustimmen. Er verknüpfte
sein Schicksal als Präsident und die Unabhängigkeit der Ukraine
mit der Zukunft der Schwarzmeerstadt.
Mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken, wenn ich diese
Meldungen der letzten Tage lese und sehe, wie im Westen respektierte und
fast schon als Garanten russischer Stabilität gefeierte Männer
wie Lebed und Luschkow hier mit dem Feuer spielen. Beruhigen kann da nur,
daß Präsident Jelzin weiterhin seine Aussage aufrecht erhält:
"Sewastopol und die Krim sind ein Teil der Ukraine".
Von der Krim selbst kommen zwiespältige Nachrichten. Das Theater im
Krim-Parlament geht weiter. Nach einer offensichtlich selbst inszenierten
Entführung wurde Mitte Oktober der alte Parlamentsvorsitzende Suprunyuk
durch Wasil Kiseljow ersetzt - der dritte Mann in diesem Amt in weniger als
drei Jahren. Kiseljow gilt als Kiew-freundlich, und so ist die Zerstrittenheit
des Krim-Parlaments wohl eher eine positive Nachricht, nimmt man die Beziehungen
zwischen Simferopol und Kiew als Kriterium für ein solches Urteil.
Bedenklich klingt dagegen die Nachricht, nach der das ukrainische Parlament
Mitte November über eine Revision des liberalen
Staatsangehörigkeitsrechtes nachdachte. Dies provozierte sofort Protest
auf Seite der Krimtataren, hervorgebracht durch Mustafa Cemiloglu. Sollten
die Pläne in die Tat umgesetzt werden, könnte sich das Verhältnis
der Krimtataren zur Ukraine danach erheblich verschlechtern.
Zum Schluß möchte ich noch eine positive Nachricht weitergeben:
auch auf der Krim wurde am 24.8.1996 allerorten der 5.Jahrestag der
Unabhängigkeit der Ukraine gefeiert, was nicht gerade auf eine ablehnende
Haltung diesem Staat gegenüber hindeutet.
Bundeskanzler Kohl überbrachte Präsident Kutschma bei einem
Staatsbesuch die Glückwünsche des Westens zum Jubiläum.
Damit erfüllte er die zur Zeit wichtigste Aufgabe, die die westliche
Welt in der Entspannung der Krim-Problematik zu lösen hat: der Ukraine
den Rücken zu stärken. Es darf keinen Zweifel geben, daß
der Westen an einer starken und unabhängigen Ukraine interessiert ist.
Ihr muß Beistand geleistet werden, sollten die Nationalisten das Zepter
in Rußland an sich reißen.
Die beste Hilfe für Staaten wie die Ukraine und Rußland, aber
auch die Krim, ist natürlich wirtschaftlicher Art. Die Menschen müssen
das Gefühl haben, es geht voran, die Lage bessert sich, damit sie sich
nicht Führern und Strömungen zuwenden, die eine schnelle Lösung
aller Probleme versprechen. Hier kann der Westen helfen, wir alle haben
Möglichkeiten zu verzichten und zu sparen. Ein Krieg wird
teurer.
Tja, hier sollte eigentlich wie in der gedruckten Form die Abrechnung des
Geldes folgen, aber leider konnte ich die Tabelle noch nicht in HTML
umwandeln...
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Mich interessiert Ihr Urteil. Fühlen Sie sich über die Krim-Problematik
informiert? Bleiben Fragen offen? Ist das Ganze zu trocken? Selbst wenn Sie
nichts zu kommentieren haben, bitte nehmen Sie einen Stift zur Hand (oder
die Tastatur) und verewigen Sie sich. Wenn ich dann in 20 Jahren die
Studienarbeit in Salem wieder ausgrabe (oder meine Post checke), wird es
sicherlich spannend zu sehen, durch wessen Hände diese Mappe gegangen
ist (oder wer diese Seiten besucht hat)...
Vielen Dank!
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Bisherige Einträge
Hallo, das Ganze war sehr iinformativ, hätte es jedoch gerne etwas durch Grafik verdeutlicht gesehen. Geographische und politische Landkarten evtl. mit dem jeweiligen Bevölkerungsanteil.
mfg Thomas Keller
hallo veit, ich kam auf diese seite als ich nach informationen zur krim suchte. ich war gerade für eine woche auf der krim, dabei habe ich auch bekanntschaften mit krim-tartaren gemacht. ich bin sehr beeindruckt von der Herzlichkeit und der gastfreundschaft dieser menschen, so lud mich einer von ihnen nach belgorod ein. dort hatte ich auch die gelegenheit eine delegierten-wahl zu
besuchen. so war es nun natürlich sehr interessant hier durch deine arbeit nochmal alles revue zu passieren. ich werde auf jeden fall nochmal auf die krim fahren; ein hotel-projekt sieht vielversprechend aus. wie geht es dir denn in bolivien? ich habe einfach mal telefonisch versucht dich anzurufen, da bekam ich mit daß du wieder mal unterwegs bist. viel spaß dort. gruss cem
Moin! Gar nicht so schlechte Informationen, obwohl einiges fehlt. Ich komme selber aus Simferopol und finde Krim super geil! Bei euch in Europa findet man so was gar nicht mehr! Bis denn, Denis
Hallo Veit, Ich habe deine Studienarbeit eben gelesen. Falls du vor hast, dich in diesem Thema weiter zu vertiefen, würde ich dir empfehlen, dich mit den Vereinen von KrimTataren in der Türkei und der "American Tatar Association, New York" in Verbindung zu setzen und über deren Gedanken auch nachzudenken. Übrigens, wusste ich gar nicht daß auch manche Griechen Krimtataren waren oder sind.Es hat mich gefreut, daß zu wissen :) Als in Deutschland st
Lieber Herr Kühne! Ich war 1993/94 zweimal auf der Krim, davon 6 Monate an der Frunse-Uni in Simferopol’ und habe einige 1000 km per Rad, Bahn, Auto und zu Fuß auf der Krim zurück gelegt. Ihre Einleitung hat Erinnerungen an die Bahnfahrt Bochum-Budapest-Kiev-Simferopol geweckt! Gibt es eine Version Ihrer Arbeit, wo in Fußnoten, etc. die Quellen ersichtlich sind, aus denen Sie geschöpft haben?! Ich habe eine Hausarbeiten an der Uni Siegen über die nationale Frage der UdSSR (Prof. Brunn) an der Uni Siegen, an Uni Köln (Prof. Kappeler) über das Krimkhanat und ebenfalls in Köln meine Magisterarbeit über die Lutherischen Kirchen in der Ukraine seit der Reformation geschrieben (Prof. Simon). Dazu gehört ja auch die aktuelle DELKU, die mit der EKD für den Fall Gödeking verantwortlich ist. Gerade hier würden mich Ihre Quellen brennend interessierten! Haben Sie Kontakt zu Pfr. Gödeking?!
Ich habe ihn weder über Heidelberg noch auf der Krim erreichen können. Da ich teilweise vertrauliche Einsichten in die Archive der Kirchen und Privatpersonen nehmen konnte, ist das Internet leider nicht der Ort den Fall weiter zu diskutieren. Vielleicht sieht oder hört man mal voneinander?! Vor einer Stellungnahme zu Ihren interessanten Ausführungen würde ich gerne mehr über Ihre Quellen wissen (s.o.). Haben Sie z. B. die Zeitung der Krimdeutschen durchgesehen (Red. Frau Kamenezkaja, Aluschta)? ... Würde mich freuen, wenn wir in Kontakt blieben in Sachen Krim! Was machen Sie beruflich bzw. studieren Sie? Sprechen Sie Ukrainisch, Russisch, ....? Gruß nach Herzberg! F.C.K. Haas, Postfach 410, 57211 Kreuztal (02732) 25606 Telephon und Fax. email: 02732256060001@t-online.de
Zufällig nach Krim gesucht und deinen Text gelesen. Hat mir geholfen,
das Thema zu übeerblicken . war sehr informativ. alles Gute Friedrich Hentschel, ein alter Pauker
Ich habe gerade Ihre Studienarbeit gelesen.
Sie hat mir sehr gut gefallen. Zu drei Punkten hätte ich Anmerkungen.
Ich würde gerne auch wissen, in welchem Zusammenhang Sie diese
Studienarbeit geschrieben haben.
Im Frühjahr würde ich gerne die Krim besuchen.
MfG
vielen Dank fuer Ihre/Deine email, hat mich sehr gefreut. Das war das
erste Mal, dass jemand ueber meine Studienarbeit gestolpert ist, den
ich
nicht kenne. Wie sind Sie denn dahin gekommen? Gibt es irgendwo nen
Link
(dann koennte ich ja mal zuruecklinken...;-)
Daneben interessiert mich natuerlich auch Ihre Person, Ihr Name klingt
fuer meine deutschen Ohren auf jeden Fall tuerkisch, hab ich richtig
geraten? So, jetzt aber zu Ihren Punkten:
> Ich habe gerade Ihre Studienarbeit gelesen.
Bitte lesen Sie nochmal unter I 3. nach, dort steht unter anderem ein
kurzer Abriss der krimtatarischen Geschichte.
> 2.) Eine krim-tatarische Autonomie mag unrealistisch klingen. Dieser
Ebenfalls unter I 3.
> 3.) Ein Satz reicht bestimmt nicht aus, um einen etwaigen "aufkeimenden
Nein, natuerlich bin ich nicht in die Details der tuerkischen Interessen
an und auf der Krim gegangen, darum erscheint sie auch nur im letzten
Teil. Dazu haette ich wohl noch in die Tuerkei fahren muessen, bzw.
mit
tuerkischen Vertretern auf der Krim reden muessen, wozu ich leider
keine
Gelegenheit hatte. Aber vielleicht koennen Sie mich ja noch ein wenig
informieren, haben Sie irgendwelche Infos in Deutsch oder Englisch?
Welchen Einfluss die Tuerkei auf der Krim haben koennte, sollte sie
aktiv werden und politische Forderungen der Krimtataren unterstuetzen,
darueber laesst sich natuerlich trefflich philosophieren. Ich traue
mir
kein abschliessendes Urteil zu, habe allerdings angesichts der damaligen
Lage Skepsis geaeussert. Dabei bleibe ich auch, erst im Mai hatte ich
waehrend der Teilnahme an einer Delegation der Jungen Liberalen in
Istanbul die Gelegenheit, mit fortschrittlichen Politikern zu reden,
und
ihre Haltung zu einem anderen Konflikt, der Kurdenfrage, hat mich nicht
so ueberzeugt. Natuerlich sollte man solche Sachen nicht vermischen,
aber ich moechte eben erst sehen, wie sich die Tuerkei in der Krim-Frage
verhaelt, dann verlier ich vielleicht auch meine Skepsis gegenueber
einer verstaerkten Einflussnahme.
> Ich würde gerne auch wissen, in welchem Zusammenhang Sie diese
Ja, fahren Sie auf jeden Fall hin. Die Krim ist nicht nur
hochinteressant sondern auch wunderschoen. Was wollen Sie dann dort
machen? Ich kann Ihnen sicherlich auch noch ein paar Tips geben.
Ich hatte das Glueck, mit einem Reisestipendium auf die Krim fahren
zu
koennen. Die Stiftung ZIS mit Sitz in der Schule Schloss Salem am
Bodensee, vergibt jedes Jahr um die 30 Stipendien an Jugendliche im
ALter von 16-20. Bedingungen: man muss alleine fuer mindestens 4 Wochen
ins Ausland fahren, dort zu einem selbstgewaehlten Thema eine
Studienarbeit schreiben, ein Tagebuch schreiben (das hab ich aber nur
handschriftlich, hatte leider keine Zeit, es abzutippen), und man muss
mit dem Stipendienbetrag von 800 Mark auskommen. Kein allzu leichtes
Unterfangen, wenn Visum, Reise, Versicherung, Unterkunft, Verpflegung
davon bezahlt werden muessen. Aber es hat geklappt, und ich hatte ne
superinteressante Zeit.
So, ich hoffe Sie melden sich bald mal wieder, bitte benutzen Sie in
Zukunft meine aktuelle Adresse.
bis dann,
Haben Sie noch Fragen, wollen Sie vielleicht selbst mal auf die Krim? Meine
Adresse lautet:
![]()
Auszüge meiner Antwort:
Hallo Friedrich oder Christian,
Ich finde Deine mail superinteressant, und bin
natuerlich brennend daran interessiert, zu hoeren, was
Du so geschrieben, gehoert hast. Gibt es Teile Deiner
Arbeiten auf dem Rechner, so dass ich sie mir mal
durchlesen koennte? Interessiert mich wirklich total.
Ich sollte vielleicht erstmal etwas zu der Reise
sagen. War ein Stipendium der Stiftung ZIS, man muss
mindestens 4 Wochen allein ins Ausland fahren, ne
Arbeit schreiben, Tagebuch fuehren, und darf nicht
mehr als 800 Mark ausgeben. Ich hab mich
verrueckterweise fuer die Krim entschieden.
Meine Russischkenntnisse beschraenken sich auf ein
Minimum, hab in der DDR anderthalb Jahre was
mitbekommen, und dann nochmal im Westen in der 9. und
10. Klasse. Sehr basic also, hat auf der Krim schon
manchmal genervt, vor allem weil ich immer auf andere
Leute zum Uebersetzen angewiesen war...
So, jetzt mal zu Deinen Fragen. Fussnoten hab ich
nicht gemacht. Das meiste hab ich aus Gespraechen mit
Leuten, und auch der Kontakt zur OSZE und UNDP-Mission
hat immens geholfen. Tut mir leid, dass ich da nicht
so mit Material helfen kann.
Professor Goedeking - jou, ich hab ihn auf der Krim
getroffen. War zweimal bei ihm, glaub ich, ein
wirklich, wirklich interessanter Mann. Deswegen hab
ich ihn ja auch mit in die Studienarbeit eingebaut,
die Geschichte war einfach zu spannend. Er wohnt
direkt im Zentrum von Simferopol, in der Naehe des
zentralen Kaufhauses, oder wie das Ding heisst. In
1993 muss er aber woanders gewohnt haben, war ein
neues Haus. Im Moment hab ich keinen Kontakt zu ihm.
Besser gesagt, seit der Reise hab ich keinen Kontakt
zu ihm. Ich schick Dir mal die Adresse von Ludmila
Bessonowa, sie weiss ganz sicher mehr ueber ihn im
Moment, als ich. Ausserdem werd ich diese email auch
an meinen Ex-Russischlehrer und seine Frau schicken,
sie haben beide engen Kontakt zu den Leuten auf der
Krim, und koennten mehr wissen...
... Die Zeitung hab ich nicht durchgesehen, nein.
Mich wuerde alles interessieren, was Du so weisst,
waere wie gesagt vor allem auch Klasse, wenn ich die
Arbeiten mal lesen koennte.
Nen netten Plausch kann ich in naechster Zeit wohl
leider nicht einrichten, denn ich bin noch bis Mitte
September in Australien, Neuseeland und Thailand
unterwegs (mach gerade hier in Sydney Praktikum). Ab
September studier ich dann ein Semester in Bruessel.
Ich studier BWL an der WHU in Vallendar bei Koblenz.
Dort bin ich dann auch wieder ab Januar 2000, noch
anderthalb Jahre, vielleicht koennen wir ja dann mal
telefonieren, oder uns irgendwo treffen....
Viele Gruesse aus Sydney, und nochmal sorry, dass es
so lange gedauert hat,
Veit
P.S: Bin natuerlich auch gespannt auf Kritik an der
Arbeit, Ansichten, die Du teilst oder nicht...
Hallo!
1.) Sie schreiben von der Rückkehr der Krim-Tataren. Ein Hinweis,
warum sie z.Z. nicht auf der Krim leben, fehlt. Die Deportation im Mai 1944 könnte
man erwähnen.
2.) Eine krim-tatarische Autonomie mag unrealistisch klingen. Dieser
Wunsch
erscheint in einem anderen Licht, wenn man lesen würde, dass es
ein
solche
vor der Zugehörigkeit zu Russland gegeben hat.
3.) Ein Satz reicht bestimmt nicht aus, um einen etwaigen "aufkeimenden
Nationalismus in der Türkei" zu beschreiben. Die Haltung der Türkei
war
noch nie destruktiv, da sie auch an einer unabhängigen Ukraine
interessiert
ist.
Yanki Pürsün
Meine Antwort:
Hallo Yanki Pürsün,
> Sie hat mir sehr gut gefallen. Zu drei Punkten hätte ich Anmerkungen.
> 1.) Sie schreiben von der Rückkehr der Krim-Tataren. Ein Hinweis,
warum
> sie
> z.Z. nicht auf der Krim leben, fehlt. Die Deportation im Mai 1944
könnte
> man erwähnen.
> Wunsch
> erscheint in einem anderen Licht, wenn man lesen würde, dass
es ein
> solche
> vor der Zugehörigkeit zu Russland gegeben hat.
> Nationalismus in der Türkei" zu beschreiben. Die Haltung der
Türkei war
> noch nie destruktiv, da sie auch an einer unabhängigen Ukraine
> interessiert
> ist.
> Studienarbeit geschrieben haben.
> Im Frühjahr würde ich gerne die Krim besuchen.
Veit Kühne
Augustusweg 59
01445 Radebeul
Telefon: 0173-77 49 365
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