Die Nationale Frage auf der Krim - Teil 2
http://krim.veitkuehne.de

ZIS-Studienarbeit
von
Veit Kühne
Reise im Sommer 1996

Inhalt

EINLEITUNG

WAS IST DIE NATIONALE FRAGE AUF DER KRIM?

I. DIE NATIONALITÄTEN AUF DER KRIM
   1 DIE UKRAINER
   2 DIE RUSSEN
   3 DIE KRIMTATAREN
   4 DIE KRIMDEUTSCHEN
       Wiedergeburt und Landsmannschaft
       Der Fall Gödeking

II. DIE KRIM UND ZWEI RUSSISCH-UKRAINISCHE BEZIEHUNGEN
  1 MOSKAU – KIEW
  2 SIMFEROPOL – KIEW

III. MISSIONEN AUF DER KRIM
  1 DIE UN-MISSION
      Das CIDP
      Das UNHCR

  2 DIE OSZE - MISSION

IV. JÜNGSTE EREIGNISSE UND SCHLUßFOLGERUNGEN

DIE ABRECHNUNG
  VOR DER ABREISE
  NACH DER ABREISE

IHRE SEITE


II. Die Krim und zwei russisch-ukrainische Beziehungen

Neben der Frage nach den verschiedenen Nationalitäten auf der Krim ist die Nationale Frage vor allem die Frage nach der staatlichen Zugehörigkeit der Krim. Nachdem sie 170 Jahre zu Rußland gehört hatte, wurde die Halbinsel 1954 der Ukraine übergeben.

Heute sind zwei Drittel der Krim-Bewohner Russen. Diese Situation sorgt für eine Menge Konfliktstoff zwischen den Russen auf der Krim und in Rußland und den Ukrainern. Um die verzwickte Lage deutlich zu machen, werde ich versuchen, die Beziehungen zwischen Moskau und Kiew und zwischen Simferopol und Kiew zu beleuchten.up


1 Moskau – Kiew

Das Schicksal der Krim und die Zukunft der Schwarzmeerflotte (SMF) sind die wichtigsten Punkte in der Beziehung zwischen den beiden größten Staaten Osteuropas, Rußland und der Ukraine. Das Verhältnis zwischen Moskau und Kiew muß man vor dem Hintergrund der Tatsache betrachten, daß die Mehrheit der politischen Kräfte in Rußland davon überzeugt ist, daß der gegenwärtige Zustand der Unabhängigkeit der Ukraine nur vorübergehend ist, und daß es über kurz oder lang zu einer Wiedervereinigung der Länder kommen wird.

Glücklicherweise hat sich die russische Regierung diese herausfordernde Position nicht zu eigen gemacht, sondern akzeptiert die Eigenstaatlichkeit der Ukraine. Zu dieser Eigenstaatlichkeit gehört auch die Zugehörigkeit der Krim zur Ukraine, die von Präsident Boris Jelzin nicht in Frage gestellt wird.

Auch hier befindet er sich im Gegensatz zu einem Großteil seines Volkes und der politischen Kräfte in Rußland, die den Transfer von 1954 als unrechtmäßig und den gegenwärtigen Zustand als unnatürlich empfinden.

Einen Angriffspunkt fanden diese nationalistischen Kräfte im Status von Sewastopol, dem Standort der SMF. Die Stadt war seit 1948 direkt der sowjetischen Führung in Moskau unterstellt, weshalb sie nach Ansicht der Nationalisten nicht Bestandteil des Transfers der Krim 1954 war. Mit diesem Argument erklärte das russische Parlament, die Duma, Sewastopol im Juli 1993 zu einer russischen Stadt, ein Schritt, der von der großen Mehrheit der Bevölkerung unterstützt wurde.

Die Ukraine rief daraufhin den UN-Sicherheitsrat an, der die Erklärung der Duma für null und nichtig erklärte und die territoriale Integrität der Ukraine bestätigte. Trotz dieser Entscheidung wurde in den letzten Jahren die Forderung nach einer Eingliederung Sewastopols nach Rußland immer wieder lauthals erhoben.

Neben der Duma machen sich vor allem der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow und der ehemalige Sicherheitsberater Präsident Jelzins, Alexander Lebed in dieser Sache stark. Beide sind potentielle Nachfolger des kranken russischen Präsidenten, die hoffentlich mit ihrer Agitation nur versuchen, über die nationalistische Schiene Unterstützer hinter sich zu versammeln.

Die russischen Nationalisten verknüpfen das Schicksal Sewastopols mit dem der gesamten Krim. Ihre Kalkulation lautet: fällt Sewastopol an Rußland, so folgt die Halbinsel auf dem Fuße. Als sich daher im Sommer 1994 Sewastopol zu einer russischen Stadt erklärte, und damit faktisch von der Krim abtrennte, verurteilten selbst sie diesen Schritt.

Obwohl die russische Regierung unter Präsident Jelzin also nicht auf einen Anschluß Sewastopols und der Krim hinarbeitet, versucht sie doch mit der SMF einen militärischen Fuß in der ukrainischen Tür zu behalten. Die Verhandlungen um die Zukunft der SMF finden in der westlichen Welt die größte Beachtung, und darum will ich hier nur einen kurzen Abriß der Problematik geben, da die SMF an sich einer eigenen Studienarbeit bedürfte.

Nach dem Zerfall der SU hätte man annehmen können, daß die Ukraine und Rußland sich relativ schnell und pragmatisch über eine Aufteilung der SMF einigen würden. Doch dies gelang nicht, und inzwischen beherrscht eine sehr emotionale Rhetorik die Diskussion. In Rußland wird dabei der Mythos von einer großen Marine-Tradition gepflegt, obwohl die russische Marine nie eine wichtige Rolle in der Geschichte spielte, die SMF schon gar nicht.

Und auch heute hat die SMF wohl kaum strategische Bedeutung, zumindest was ihre alternden Schiffe, Flugzeuge und Hubschrauber angeht. Anders dagegen die militärischen Objekte der SMF an Land, die fast ein Drittel der Gesamtfläche der Krim ausmachen. Hier will Rußland auch weiterhin Streitkräfte stationieren, von deren Stützpunkten sich im Falle eines militärischen Konfliktes das Schwarze Meer beherrschen und die ukrainische Küste schnell erobern ließe. Für die Ukraine ist dieses russische Verlangen natürlich ein enormes Problem, stellt es doch ihre territoriale Souveränität in Frage.

Und so traten die Ukraine und Rußland in den vergangenen fünf Jahren in immer neue Verhandlungsrunden. Es wurden immer neue Verträge unterzeichnet, bei der sich eine Lösung herauskristallisierte, nach der die SMF in gleiche Hälften geteilt wird. Rußland kauft der Ukraine einen Großteil der Schiffe ab, bzw. erläßt ihr einen Teil der gigantischen Energieschulden. Der russische Teil der SMF wird in Sewastopol stationiert, Rußland muß für diesen Stützpunkt einen Mietvertrag mit der Ukraine abschließen, über dessen Dauer jedoch noch Uneinigkeit besteht (zwischen 20 und 97 Jahren).

Doch es ist noch kein endgültiges Abkommen von Moskau und Kiew unterzeichnet worden, so daß die SMF wohl auch weiterhin für Aufmerksamkeit sorgen wird. Vielleicht wäre es das Beste, einem zynischen ukrainischen Vorschlag zu folgen: Man sollte alle Schiffe der SMF auf See schicken, wo jedes einen Treffer kassieren müßte. Nur die danach an der Oberfläche schwimmenden wären offensichtlich den Streit zwischen Rußland und der Ukraine wert. Eine solche Prozedur würde das Problem SMF schnell lösen...

Aber im Ernst, die Krim bleibt ein heikler Punkt in der Beziehung zwischen Moskau und Kiew. Im Moment bietet sich für russische Nationalisten durch die liberale Minderheitenpolitik der Ukraine, die der Krim weitgehende Autonomierechte einräumt, keine Möglichkeit zu einer verstärkten Agitation. Doch sollten sie in Moskau die Oberhand gewinnen, kann es schnell zu schwerwiegenden Auseinandersetzungen zwischen der Ukraine und Rußland kommen.up


2 Simferopol – Kiew

Die Krim ist Bestandteil der Ukraine, aber die Mehrheit ihrer Bewohner sind Russen, die die politischen Kräfte auf der Halbinsel dominieren. Und so ist die Beziehung zwischen Simferopol und Kiew seit der ukrainischen Unabhängigkeit 1991 geprägt vom Streben nach größtmöglichen Autonomierechten auf der einen und der Notwendigkeit zur Wahrung der territorialen Integrität auf der anderen Seite.

Auf der Krim beherrschten lange Zeit russische Nationalisten und (Ex-)Kommunisten die politische Bühne. Ehemalige Parteifunktionäre und Offiziere, die sich auf der Krim zur Ruhe gesetzt haben, machen einen bemerkenswert hohen Anteil der Bevölkerung aus. Und so verwundert es nicht, daß das Krim-Parlament in Simferopol auf Autonomie von der Ukraine, einen Anschluß an Rußland und sogar die Wiederherstellung der SU hinarbeitete.

Im Mai 1992 rief das Krim-Parlament die "Republik Krim" als souveränen Staat aus. Ein Schritt, der natürlich sofort auf massiven Widerstand Kiews traf. Es wurde ein Kompromiß gefunden, der der Krim weitgehende Autonomierechte, sowie das Recht zu einer eigenen Verfassung einräumte. Die Kompetenzen zwischen Simferopol und Kiew wurden abgegrenzt, aber die Halbinsel blieb Bestandteil der Ukraine. Es folgte ein Jahr relativer Ruhe.

Doch mit den ersten freien Präsidentschafts- und Parlamentswahlen auf der Krim zu Beginn des Jahres 1994 verschärfte sich die Lage. Während des Wahlkampfes fielen mehrere Politiker Mordanschlägen zum Opfer. Die Wahlen endeten mit einem klaren Sieg des russischen Nationalisten Juri Meschkow und seinem pro-russischen Bündnis. Ein Ausgang, den die ukrainische Regierung so nicht erwartet hatte. Kiew hatte die Gefahr des russischen Separatismus auf der Krim deutlich unterschätzt.

Schon bald kam es wieder zu Spannungen. Im Mai 1994 wiederholte das Krim-Parlament seinen Schritt vom Mai 1992 und beschloß eine entsprechende Verfassung für die unabhängige Republik. Das ukrainische Parlament erklärte die Aktion für illegal - es kam wieder zu Kompromiß-Verhandlungen. Gleichzeitig bröckelte die Unterstützung für Krim-Präsident Meschkow in seinem pro-russischen Block, und im Herbst 1994 wurde er faktisch entmachtet.

Die ukrainische Regierung unter dem neuen Präsidenten Leonid Kutschma wartete auf einen günstigen Augenblick, um den separatitischen Bestrebungen auf der Krim ein Ende zu setzen.

Im März 1995 war der Zeitpunkt gekommen. Simferopol plante ein Referendum über die Unabhängigkeit, doch die russischen Kräfte waren zerstritten und die Bevölkerung hatte die Auseinandersetzungen satt. Und so stieß die Aufhebung der Krim-Verfassung und die Abschaffung der Krim-Präsidentschaft durch Kiew kaum auf Protest auf der Halbinsel. Gleichzeitig wurde das Krim-Parlament aufgefordert, eine neue Verfassung im Einklang mit ukrainischem Recht zu erarbeiten.

Die Spaltung im Krim-Parlament schritt weiter fort, 45 der 96 Abgeordneten forderten gar Kiew auf, das Parlament aufzulösen. Auch die Diskussion um die neu zu schreibende Verfassung trug nicht zu einer größeren Geschlossenheit bei, im Gegenteil. Beim Kräfteverhältnis in diesem Parlament sind neben der Zerstrittenheit des russischen Blocks noch zwei weitere Aspekte interessant.

Zum einen stehen die Krimtataren klar auf der Seite Kiews. Sie verfolgen das - wenn auch zur Zeit utopische - Ziel einer Nationalen Krimtatarischen Republik. Daher wenden sie sich gegen jegliche Schritte hin zu einer russisch-dominierten Autonomen Republik Krim. Somit erscheint es logisch, daß sie eine taktische Allianz mit der ukrainischen Regierung eingingen, und daß daher die 14 krimtatarischen Abgeordneten in Simferopol gegen die russische Mehrheit arbeiten.

Zum anderen gewinnt die bürgerliche Partei der wirtschaftlichen Wiedergeburt mit ihrem Vorsitzenden Wladimir Schewiew zunehmend an Macht auf der Krim. Zwar haftet Schewiew der Ruf der Korruption an, doch gilt er bei vielen als Mann der Zukunft.

Er vertritt eine sehr liberale Linie in Bezug auf die nationalen Minderheiten und arbeitet an guten (vor allem geschäftlichen) Beziehungen mit Kiew. Da seine Partei als einzige in Kiew registiert ist, wird sie möglicherweise auch als einzige zu den nächsten Wahlen in etwa zwei Jahren zugelassen.

Es spricht also vieles für eine Entspannung in der Auseinandersetzung zwischen Kiew und Simferopol. Die Blütezeit der pro-russischen Autonomiebewegung scheint vorüber, mit den neuen Konstellationen wächst der Einfluß Kiews. Und doch birgt die schlechte wirtschaftliche Lage in der Ukraine immer die Gefahr eines aufflammenden Begehrens der russischen Bevölkerung auf der Krim, sich dem potenteren Rußland anzuschließen.up


III. Missionen auf der Krim

1 Die UN-Mission

Das CIDP

Seit Ende 1994 existiert eine Mission der Vereinten Nationen (UN) in Simferopol, das Integrations- und Entwicklungs-Programm auf der Krim (CIDP). Ziel des Programmes ist es, den heimkehrenden Völkern, und hier vor allem den Krimtataren, bei ihrer Eingliederung auf der Krim zu helfen.

Die UN, die oft Kritik einstecken müssen, da sie meist erst nach Ausbruch eines Konflikts aktiv werden, arbeiten auf der Krim präventiv. Sie haben erkannt, daß hier aufgrund von ethnischen, sozialen, politischen und ökonomischen Faktoren, die mit der Rückkehr von Hunderttausenden Deportierten verbunden sind, ein wachsendes Potential für ernste Konflikte vorhanden ist.

Sie verfolgen daher ein Konzept der präventiven Entwicklung, das in Zentral-Amerika bereits erfolgreich war, und das eine Versorgung der Grundbedürfnisse der Neuankömmlinge sowie den Aufbau demokratischer Strukturen auf lokaler Ebene vorsieht.

Finanziert wird das Programm mit Geldern der UN, der Ukraine, der Niederlande, Norwegens, der Türkei und Italiens. Es werden Unterstützungs-Konferenzen abgehalten, auf denen über die Entwicklung informiert und um neue Mittel gebeten wird.

Die rückkehrenden Krimtataren leben in oft katastrophalen Verhältnissen. Sie mußten feststellen, daß in ihren ehemaligen Häusern nun Russen und Ukrainer leben. Statt ihr Eigentum zurückzufordern, besetzten die Heimkehrer einfach freies Land, und begannen dort neue Häuser zu bauen. Diese illegale Landnahme stieß zuerst auf erheblichen Widerstand bei den Behörden, und es kam zu vereinzelten Übergriffen von Milizen und aufgehetzten Bevölkerungsgruppen, bei denen einige krimtatarische Siedlungen zerstört wurden. Doch inzwischen wurden viele der Siedlungen nachträglich legalisiert.

Das schwerwiegendste Problem ist für die Krimtataren zur Zeit das Geld. Der Erlös aus dem Verkauf ihrer Wohnungen und Autos in Usbekistan reicht nicht aus, um auf der Krim neue Häuser zu bauen. Daher sieht man auf der gesamten Halbinsel Siedlungen mit halbfertigen Häusern. Viele Familien leben in einem notdürftig hergerichteten Raum, und warten darauf, sich neues Baumaterial leisten zu können, um das Haus fertigzustellen. Doch dieser Zustand dauert für viele schon zu lange an, die Arbeitslosigkeit betrifft etwa 70 Prozent der krimtatarischen Bevölkerung, und wo keine Arbeit, da kein Geld und auch kein Baumaterial.

Selbst Familien, die es geschafft haben, ein Haus zu vollenden, leben unter erbärmlichen Umständen, oft ohne Wasser und Strom. Da die Krimtataren neue Siedlungen anlegen, müssen sie neben den Häusern auch die gesamte Infrastruktur neu aufbauen, wozu sie allein nicht in der Lage sind.

Die UN versuchen nun, bei der Lösung dieser Probleme zu helfen. Sie unterstützt einige Siedlungen bei der Verlegung von Wasser- und Stromleitungen, beim Bau von Straßen und Schulen. Sie hilft beim Aufbau eines Gesundheitssystems und vergibt Kredite an Familien zur Beschaffung von Baumaterial. Daneben finanziert sie die Gründung von kleinen Gewerben, wie z.B. Webereien und Werkstätten.

Einen beispielhaften Fall für die wichtige Hilfe der UN erlebte ich in einer krimtatarischen Siedlung, in der es nur einen kleinen Laden in einem Bauwagen gab. Die UN besorgten diesem Laden einen Kühlschrank, denn nur so konnte er Fleisch verkaufen, was den Umsatz um 200 Prozent steigerte.

Neben solch praktischer Hilfe liegt das Augenmerk der UN auf der Herausbildung demokratischer Strukturen innerhalb der Siedlungen, sowie auf der Stärkung der Rolle der Frauen. Dazu wird in jeder unterstützten Siedlung ein Planungs-Komitee gewählt, das Vorschläge für Vorhaben macht, die dann in Zusammenarbeit mit den UN realisiert werden. Außerdem wird ihnen etwas Geld zur Gründung einer kleinen Gemeinschaftsbank zur Verfügung gestellt, die dann kleine Kredite vergeben sowie Ersparnisse mobilisieren kann.

Die etwa zehn Mitarbeiter der UN-Mission in Simferopol leisten einen unschätzbaren Beitrag zum friedlichen Zusammenleben der Nationalitäten auf der Krim. Es ist diese Arbeit vor Ort, die die Vereinten Nationen unverzichtbar macht. Daher bleibt zu hoffen, daß alle Staaten der Erde die UN verstärkt unterstützen und mit ihnen zusammenarbeiten.up


Das UNHCR

Auch das Hohe Kommissariat für Flüchtlinge der UN (UNHCR) kümmert sich um die Krim. Nicht alle der heimkehrenden Krimtataren kamen freiwillig. Einige Tausend flohen aus Kriegsgebieten wie Tadschikistan, Tschetschenien und Abchasien und leben nun in notdürftig hergerichteten Flüchtlingsheimen auf der Halbinsel.

Das UNHCR hilft bei der Verbesserung der Lebensbedingungen in den Heimen. Daneben unterstützt es die Krimtataren bei der Klärung von Problemen, die die Staatsangehörigkeit betreffen. Dazu hilft es den Herkunftsstaaten bei der Entwicklung angemessener Rechtsgrundlagen.

Allerdings verfügt die UNHCR-Mission nicht über ausreichende finanzielle Mittel, so daß sich ein Mitarbeiter nur zeitweise auf der Krim aufhält.up


2 Die OSZE - Mission

Neben der UN-Mission arbeitet seit eineinhalb Jahren auch eine Langzeitmission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der Ukraine. Das Hauptaugenmerk der Mission liegt auf der Krim-Problematik, und so arbeiten drei der sechs Mitarbeiter in Simferopol.

Aktivitäten der OSZE im eigenen Land werden wohl von keiner Regierung gern gesehen, deuten sie doch auf größere Konflikte hin. Und so war auch die ukrainische Regierung zu Beginn eher skeptisch. Doch inzwischen hat sich das Verhältnis entspannt, wohl auch, weil die OSZE die territoriale Integrität der Ukraine nicht in Frage stellt, und so jegliche Aspekte einer Loslösung der Halbinsel für sie tabu sind.

Die Arbeit der OSZE umfaßt zwei Bereiche. Zum einen beobachtet sie die politischen und wirtschaftlichen, aber auch die die Menschenrechte betreffenden Vorgänge in der Ukraine und auf der Krim. Die Mitarbeiter der Mission verfassen Berichte für die Mitgliedsstaaten der OSZE und sorgen so für einen stetigen Informationsfluß.

Zum anderen beraten die OSZEler, unter ihnen Spezialisten auf Feldern wie Wirtschaft und Recht, die Regierungen und Parlamente in Simferopol und Kiew. So vermittelten sie bei Verfassungsfragen oder bei Rechtsfragen, die mit der Rückkehr der Krimtataren zusammenhängen. Die OSZE versucht also, über Kontakte zu Regierungs- und Behördenvertretern, zu Politikern und Wirtschaftsleuten auf eine Entspannung der vielen Konflikte auf der und um die Krim Einfluß zu nehmen.

Die Mission leistet eine wichtige Arbeit, die zwar nicht medienwirksam ist, der aber bei der Verhinderung von Eskalationen auf der Krim entscheidende Bedeutung zukommt.up


IV. Jüngste Ereignisse und Schlußfolgerungen

Auch nach meiner Abreise gab es wichtige Ereignisse, die ich zur umfassenden Information des Lesers noch nachreichen möchte. Gleichzeitig bietet sich mir hier die Gelegenheit noch ein paar Schlußfolgerungen für die Zukunft zu ziehen.

Ein wichtiger Teilnehmer beim Ringen um die Zukunft der Krim hat in meiner Arbeit keine Beachtung gefunden - die Türkei.

Ihr Vorgänger, das Osmanische Reich, beherrschte die Krim über viele Jahrhunderte hinweg. Mit der Rückkehr des eng mit dem Türkischen verwandten Volkes der Krimtataren steigt auch das Interesse Ankaras an der Halbinsel.

Bei seinem Besuch in Ankara Anfang Dezember 1996 betonte der ukrainische Präsident Kutschma denn auch, daß die Krimtataren Brücken zur Türkei bauen würden. Ankara sicherte im Gegenzug zu, beim Häuserbau für die Rückkehr zu helfen.

Die Haltung Ankaras in die Krim betreffenden Fragen wird sicherlich einer der interessantesten Aspekte für die Zukunft der Halbinsel. Mit dem aufkeimenden Nationalismus in der Türkei ist allerdings Skepsis angebracht, ob ihre Einflußnahme zur Entschärfung der Lage beitragen wird.

In den vergangenen zweieinhalb Monaten hat die Diskussion um die Schwarzmeerflotte und den Status Sewastopols wieder schärfere Formen angenommen. Am 24. Oktober einigte sich Präsident Kutschma mit Präsident Jelzin in Moskau - offizieller Darstellung nach - über die strittigen Fragen. Jelzin sollte zu einer feierlichen Unterzeichnung eines Abkommens in die Ukraine reisen, wenn er sich von seiner Herz-Operation Anfang November erholt haben sollte. Hat er bis heute noch nicht, und die Einigung war wohl doch noch nicht so vollkommen, wie die beiden Präsidenten glauben machen wollten.

Begleitet wurde und wird die angenommene Einigung von lautstarken Protesten von Teilen der russischen Politik-Szene. Die russische Duma verabschiedet eine Resolution nach der anderen, in denen Sewastopol und indirekt die gesamte Krim zu russischem Territorium erklärt werden. Auch Alexander Lebed und der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow setzen ihre nationalistische Kampagne fort, die sie wohl auf den Präsidentensessel hieven soll, aber für die russisch-ukrainischen Beziehungen Gift ist.

Luschkow kündigte am 27. Dezember an, er werde Sewastopol im Januar besuchen, obwohl das ukrainische Außenministerium angedroht hat, es werde ihn zur Persona non Grata erklären, um einen solchen Besuch zu verhindern.

Am gleichen Tag erklärte Präsident Kutschma, er werde einer Übergabe Sewastopols an Rußland niemals zustimmen. Er verknüpfte sein Schicksal als Präsident und die Unabhängigkeit der Ukraine mit der Zukunft der Schwarzmeerstadt.

Mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken, wenn ich diese Meldungen der letzten Tage lese und sehe, wie im Westen respektierte und fast schon als Garanten russischer Stabilität gefeierte Männer wie Lebed und Luschkow hier mit dem Feuer spielen. Beruhigen kann da nur, daß Präsident Jelzin weiterhin seine Aussage aufrecht erhält: "Sewastopol und die Krim sind ein Teil der Ukraine".

Von der Krim selbst kommen zwiespältige Nachrichten. Das Theater im Krim-Parlament geht weiter. Nach einer offensichtlich selbst inszenierten Entführung wurde Mitte Oktober der alte Parlamentsvorsitzende Suprunyuk durch Wasil Kiseljow ersetzt - der dritte Mann in diesem Amt in weniger als drei Jahren. Kiseljow gilt als Kiew-freundlich, und so ist die Zerstrittenheit des Krim-Parlaments wohl eher eine positive Nachricht, nimmt man die Beziehungen zwischen Simferopol und Kiew als Kriterium für ein solches Urteil.

Bedenklich klingt dagegen die Nachricht, nach der das ukrainische Parlament Mitte November über eine Revision des liberalen Staatsangehörigkeitsrechtes nachdachte. Dies provozierte sofort Protest auf Seite der Krimtataren, hervorgebracht durch Mustafa Cemiloglu. Sollten die Pläne in die Tat umgesetzt werden, könnte sich das Verhältnis der Krimtataren zur Ukraine danach erheblich verschlechtern.

Zum Schluß möchte ich noch eine positive Nachricht weitergeben: auch auf der Krim wurde am 24.8.1996 allerorten der 5.Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine gefeiert, was nicht gerade auf eine ablehnende Haltung diesem Staat gegenüber hindeutet.

Bundeskanzler Kohl überbrachte Präsident Kutschma bei einem Staatsbesuch die Glückwünsche des Westens zum Jubiläum.

Damit erfüllte er die zur Zeit wichtigste Aufgabe, die die westliche Welt in der Entspannung der Krim-Problematik zu lösen hat: der Ukraine den Rücken zu stärken. Es darf keinen Zweifel geben, daß der Westen an einer starken und unabhängigen Ukraine interessiert ist. Ihr muß Beistand geleistet werden, sollten die Nationalisten das Zepter in Rußland an sich reißen.

Die beste Hilfe für Staaten wie die Ukraine und Rußland, aber auch die Krim, ist natürlich wirtschaftlicher Art. Die Menschen müssen das Gefühl haben, es geht voran, die Lage bessert sich, damit sie sich nicht Führern und Strömungen zuwenden, die eine schnelle Lösung aller Probleme versprechen. Hier kann der Westen helfen, wir alle haben Möglichkeiten zu verzichten und zu sparen. Ein Krieg wird teurer.up


Die Abrechnung

Vor der Abreise

Nach der Abreise

Tja, hier sollte eigentlich wie in der gedruckten Form die Abrechnung des Geldes folgen, aber leider konnte ich die Tabelle noch nicht in HTML umwandeln...up


Ihre Seite

Diese Seite ist für Sie, der oder die sie diese Arbeit gelesen haben. Mich interessiert Ihr Urteil. Fühlen Sie sich über die Krim-Problematik informiert? Bleiben Fragen offen? Ist das Ganze zu trocken? Selbst wenn Sie nichts zu kommentieren haben, bitte nehmen Sie einen Stift zur Hand  (oder die Tastatur) und verewigen Sie sich. Wenn ich dann in 20 Jahren die Studienarbeit in Salem wieder ausgrabe (oder meine Post checke), wird es sicherlich spannend zu sehen, durch wessen Hände diese Mappe gegangen ist (oder wer diese Seiten besucht hat)...

Vielen Dank!

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Bisherige Einträge

Hallo, das Ganze war sehr iinformativ, hätte es jedoch gerne etwas durch Grafik verdeutlicht gesehen. Geographische und politische Landkarten evtl. mit dem jeweiligen Bevölkerungsanteil. mfg Thomas Keller

hallo veit, ich kam auf diese seite als ich nach informationen zur krim suchte. ich war gerade für eine woche auf der krim, dabei habe ich auch bekanntschaften mit krim-tartaren gemacht. ich bin sehr beeindruckt von der Herzlichkeit und der gastfreundschaft dieser menschen, so lud mich einer von ihnen nach belgorod ein. dort hatte ich auch die gelegenheit eine delegierten-wahl zu besuchen. so war es nun natürlich sehr interessant hier durch deine arbeit nochmal alles revue zu passieren. ich werde auf jeden fall nochmal auf die krim fahren; ein hotel-projekt sieht vielversprechend aus. wie geht es dir denn in bolivien? ich habe einfach mal telefonisch versucht dich anzurufen, da bekam ich mit daß du wieder mal unterwegs bist. viel spaß dort. gruss cem

Moin! Gar nicht so schlechte Informationen, obwohl einiges fehlt. Ich komme selber aus Simferopol und finde Krim super geil! Bei euch in Europa findet man so was gar nicht mehr! Bis denn, Denis

Hallo Veit, Ich habe deine Studienarbeit eben gelesen. Falls du vor hast, dich in diesem Thema weiter zu vertiefen, würde ich dir empfehlen, dich mit den Vereinen von KrimTataren in der Türkei und der "American Tatar Association, New York" in Verbindung zu setzen und über deren Gedanken auch nachzudenken. Übrigens, wusste ich gar nicht daß auch manche Griechen Krimtataren waren oder sind.Es hat mich gefreut, daß zu wissen :) Als in Deutschland st

Lieber Herr Kühne! Ich war 1993/94 zweimal auf der Krim, davon 6 Monate an der Frunse-Uni in Simferopol’ und habe einige 1000 km per Rad, Bahn, Auto und zu Fuß auf der Krim zurück gelegt. Ihre Einleitung hat Erinnerungen an die Bahnfahrt Bochum-Budapest-Kiev-Simferopol geweckt! Gibt es eine Version Ihrer Arbeit, wo in Fußnoten, etc. die Quellen ersichtlich sind, aus denen Sie geschöpft haben?! Ich habe eine Hausarbeiten an der Uni Siegen über die nationale Frage der UdSSR (Prof. Brunn) an der Uni Siegen, an Uni Köln (Prof. Kappeler) über das Krimkhanat und ebenfalls in Köln meine Magisterarbeit über die Lutherischen Kirchen in der Ukraine seit der Reformation geschrieben (Prof. Simon). Dazu gehört ja auch die aktuelle DELKU, die mit der EKD für den Fall Gödeking verantwortlich ist. Gerade hier würden mich Ihre Quellen brennend interessierten! Haben Sie Kontakt zu Pfr. Gödeking?! Ich habe ihn weder über Heidelberg noch auf der Krim erreichen können. Da ich teilweise vertrauliche Einsichten in die Archive der Kirchen und Privatpersonen nehmen konnte, ist das Internet leider nicht der Ort den Fall weiter zu diskutieren. Vielleicht sieht oder hört man mal voneinander?! Vor einer Stellungnahme zu Ihren interessanten Ausführungen würde ich gerne mehr über Ihre Quellen wissen (s.o.). Haben Sie z. B. die Zeitung der Krimdeutschen durchgesehen (Red. Frau Kamenezkaja, Aluschta)? ... Würde mich freuen, wenn wir in Kontakt blieben in Sachen Krim! Was machen Sie beruflich bzw. studieren Sie? Sprechen Sie Ukrainisch, Russisch, ....? Gruß nach Herzberg! F.C.K. Haas, Postfach 410, 57211 Kreuztal (02732) 25606 Telephon und Fax. email: 02732256060001@t-online.de

Auszüge meiner Antwort:
Hallo Friedrich oder Christian,

Ich finde Deine mail superinteressant, und bin natuerlich brennend daran interessiert, zu hoeren, was Du so geschrieben, gehoert hast. Gibt es Teile Deiner Arbeiten auf dem Rechner, so dass ich sie mir mal durchlesen koennte? Interessiert mich wirklich total.

Ich sollte vielleicht erstmal etwas zu der Reise sagen. War ein Stipendium der Stiftung ZIS, man muss mindestens 4 Wochen allein ins Ausland fahren, ne Arbeit schreiben, Tagebuch fuehren, und darf nicht mehr als 800 Mark ausgeben. Ich hab mich verrueckterweise fuer die Krim entschieden. Meine Russischkenntnisse beschraenken sich auf ein Minimum, hab in der DDR anderthalb Jahre was mitbekommen, und dann nochmal im Westen in der 9. und 10. Klasse. Sehr basic also, hat auf der Krim schon manchmal genervt, vor allem weil ich immer auf andere Leute zum Uebersetzen angewiesen war...

So, jetzt mal zu Deinen Fragen. Fussnoten hab ich nicht gemacht. Das meiste hab ich aus Gespraechen mit Leuten, und auch der Kontakt zur OSZE und UNDP-Mission hat immens geholfen. Tut mir leid, dass ich da nicht so mit Material helfen kann.

Professor Goedeking - jou, ich hab ihn auf der Krim getroffen. War zweimal bei ihm, glaub ich, ein wirklich, wirklich interessanter Mann. Deswegen hab ich ihn ja auch mit in die Studienarbeit eingebaut, die Geschichte war einfach zu spannend. Er wohnt direkt im Zentrum von Simferopol, in der Naehe des zentralen Kaufhauses, oder wie das Ding heisst. In 1993 muss er aber woanders gewohnt haben, war ein neues Haus. Im Moment hab ich keinen Kontakt zu ihm. Besser gesagt, seit der Reise hab ich keinen Kontakt zu ihm. Ich schick Dir mal die Adresse von Ludmila Bessonowa, sie weiss ganz sicher mehr ueber ihn im Moment, als ich. Ausserdem werd ich diese email auch an meinen Ex-Russischlehrer und seine Frau schicken, sie haben beide engen Kontakt zu den Leuten auf der Krim, und koennten mehr wissen...

... Die Zeitung hab ich nicht durchgesehen, nein.

Mich wuerde alles interessieren, was Du so weisst, waere wie gesagt vor allem auch Klasse, wenn ich die Arbeiten mal lesen koennte. Nen netten Plausch kann ich in naechster Zeit wohl leider nicht einrichten, denn ich bin noch bis Mitte September in Australien, Neuseeland und Thailand unterwegs (mach gerade hier in Sydney Praktikum). Ab September studier ich dann ein Semester in Bruessel. Ich studier BWL an der WHU in Vallendar bei Koblenz. Dort bin ich dann auch wieder ab Januar 2000, noch anderthalb Jahre, vielleicht koennen wir ja dann mal telefonieren, oder uns irgendwo treffen....

Viele Gruesse aus Sydney, und nochmal sorry, dass es so lange gedauert hat,

Veit

P.S: Bin natuerlich auch gespannt auf Kritik an der Arbeit, Ansichten, die Du teilst oder nicht...

Zufällig nach Krim gesucht und deinen Text gelesen. Hat mir geholfen, das Thema zu übeerblicken . war sehr informativ. alles Gute Friedrich Hentschel, ein alter Pauker

Hallo!

Ich habe gerade Ihre Studienarbeit gelesen. Sie hat mir sehr gut gefallen. Zu drei Punkten hätte ich Anmerkungen.
1.) Sie schreiben von der Rückkehr der Krim-Tataren. Ein Hinweis, warum sie z.Z. nicht auf der Krim leben, fehlt. Die Deportation im Mai 1944 könnte man erwähnen.
2.) Eine krim-tatarische Autonomie mag unrealistisch klingen. Dieser Wunsch erscheint in einem anderen Licht, wenn man lesen würde, dass es ein solche vor der Zugehörigkeit zu Russland gegeben hat.
3.) Ein Satz reicht bestimmt nicht aus, um einen etwaigen "aufkeimenden Nationalismus in der Türkei" zu beschreiben. Die Haltung der Türkei war noch nie destruktiv, da sie auch an einer unabhängigen Ukraine interessiert ist.

Ich würde gerne auch wissen, in welchem Zusammenhang Sie diese Studienarbeit geschrieben haben. Im Frühjahr würde ich gerne die Krim besuchen.

MfG
Yanki Pürsün

Meine Antwort:
Hallo Yanki Pürsün,

vielen Dank fuer Ihre/Deine email, hat mich sehr gefreut. Das war das erste Mal, dass jemand ueber meine Studienarbeit gestolpert ist, den ich nicht kenne. Wie sind Sie denn dahin gekommen? Gibt es irgendwo nen Link (dann koennte ich ja mal zuruecklinken...;-)

Daneben interessiert mich natuerlich auch Ihre Person, Ihr Name klingt fuer meine deutschen Ohren auf jeden Fall tuerkisch, hab ich richtig geraten? So, jetzt aber zu Ihren Punkten:

> Ich habe gerade Ihre Studienarbeit gelesen.
> Sie hat mir sehr gut gefallen. Zu drei Punkten hätte ich Anmerkungen.
> 1.) Sie schreiben von der Rückkehr der Krim-Tataren. Ein Hinweis, warum
> sie
> z.Z. nicht auf der Krim leben, fehlt. Die Deportation im Mai 1944 könnte
> man erwähnen.

Bitte lesen Sie nochmal unter I 3. nach, dort steht unter anderem ein kurzer Abriss der krimtatarischen Geschichte.

> 2.) Eine krim-tatarische Autonomie mag unrealistisch klingen. Dieser
> Wunsch
> erscheint in einem anderen Licht, wenn man lesen würde, dass es ein
> solche
> vor der Zugehörigkeit zu Russland gegeben hat.

Ebenfalls unter I 3.

> 3.) Ein Satz reicht bestimmt nicht aus, um einen etwaigen "aufkeimenden
> Nationalismus in der Türkei" zu beschreiben. Die Haltung der Türkei war
> noch nie destruktiv, da sie auch an einer unabhängigen Ukraine
> interessiert
> ist.

Nein, natuerlich bin ich nicht in die Details der tuerkischen Interessen an und auf der Krim gegangen, darum erscheint sie auch nur im letzten Teil. Dazu haette ich wohl noch in die Tuerkei fahren muessen, bzw. mit tuerkischen Vertretern auf der Krim reden muessen, wozu ich leider keine Gelegenheit hatte. Aber vielleicht koennen Sie mich ja noch ein wenig informieren, haben Sie irgendwelche Infos in Deutsch oder Englisch?

Welchen Einfluss die Tuerkei auf der Krim haben koennte, sollte sie aktiv werden und politische Forderungen der Krimtataren unterstuetzen, darueber laesst sich natuerlich trefflich philosophieren. Ich traue mir kein abschliessendes Urteil zu, habe allerdings angesichts der damaligen Lage Skepsis geaeussert. Dabei bleibe ich auch, erst im Mai hatte ich waehrend der Teilnahme an einer Delegation der Jungen Liberalen in Istanbul die Gelegenheit, mit fortschrittlichen Politikern zu reden, und ihre Haltung zu einem anderen Konflikt, der Kurdenfrage, hat mich nicht so ueberzeugt. Natuerlich sollte man solche Sachen nicht vermischen, aber ich moechte eben erst sehen, wie sich die Tuerkei in der Krim-Frage verhaelt, dann verlier ich vielleicht auch meine Skepsis gegenueber einer verstaerkten Einflussnahme.

> Ich würde gerne auch wissen, in welchem Zusammenhang Sie diese
> Studienarbeit geschrieben haben.
> Im Frühjahr würde ich gerne die Krim besuchen.

Ja, fahren Sie auf jeden Fall hin. Die Krim ist nicht nur hochinteressant sondern auch wunderschoen. Was wollen Sie dann dort machen? Ich kann Ihnen sicherlich auch noch ein paar Tips geben.

Ich hatte das Glueck, mit einem Reisestipendium auf die Krim fahren zu koennen. Die Stiftung ZIS mit Sitz in der Schule Schloss Salem am Bodensee, vergibt jedes Jahr um die 30 Stipendien an Jugendliche im ALter von 16-20. Bedingungen: man muss alleine fuer mindestens 4 Wochen ins Ausland fahren, dort zu einem selbstgewaehlten Thema eine Studienarbeit schreiben, ein Tagebuch schreiben (das hab ich aber nur handschriftlich, hatte leider keine Zeit, es abzutippen), und man muss mit dem Stipendienbetrag von 800 Mark auskommen. Kein allzu leichtes Unterfangen, wenn Visum, Reise, Versicherung, Unterkunft, Verpflegung davon bezahlt werden muessen. Aber es hat geklappt, und ich hatte ne superinteressante Zeit.

So, ich hoffe Sie melden sich bald mal wieder, bitte benutzen Sie in Zukunft meine aktuelle Adresse.

bis dann,

Veit up


Haben Sie noch Fragen, wollen Sie vielleicht selbst mal auf die Krim? Meine Adresse lautet:

Veit Kühne

Augustusweg 59

01445 Radebeul

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