Artikel aus Lateinamerika

Die Herausgeberin des Newsletters für die Mensa-Gruppe U3SIG Annette Schlüter bat mich, einen Reisebericht dafür zu schreiben. Mensa ist ein Verein für intelligente Menschen, dem ich vor allem wegen des Gastfreundschaftsnetzwerks beigetreten war (mehr Info: Projekte), und U3SIG steht für Unter3SSIG. Alles klar? :-) Den Artikel hab ich in Honduras geschrieben, einen Monat bevor ich meine 12monatige Tramper-Odyssee von Argentinien nach Mexiko beenden würde.

Hallo Leute,

Annette hat mich gebeten einen kleinen Reisebericht über mein Jahr in Lateinamerika zu schreiben. Da ich zwar schon seit 6 Jahren Mensa-Mitglied in Deutschland bin, aber trotzdem keinen von Euch kenne, und keine Ahnung hab, was Euch interessiert, werd ich mit den paar Zeilen hier versuchen, Euch a) Lust zu machen, mich mal kennen zu lernen - das ist ja eh das Spannendste an Mensa, dass versucht wird, intelligente Leute zusammenzubringen und b) ein paar Infos zu teilen, die Euch vielleicht bei nem ähnlichen Abenteuer nützlich sein könnten.

Ich bin nun seit 11 Monaten unterwegs, von Argentinien bin ich, Brasilien, Venezuela und die Guayanas auslassend, durch ganz Südamerika gereist, danach nach Zentralamerika gekommen, und von hier hab ich jetzt noch einen Monat um rechtzeitig am 13. Februar in Mexico City zu sein, um meinen Rückflug zu erwischen. Ein solches Jahr in ein paar Zeilen zusammenzufassen ist Quatsch, hab ausserdem unterwegs viele interessante Reiseberichte auf Englisch für meine Mailingliste geschrieben, auf der mittlerweile über 200 Leute sind; wenn Euch die interessieren, unter http://list.veitkuehne.de oder einfach bei www.yahoogroups.com nach der Gruppe "veit" suchen.

Wenn ich auf Reisen bin, versuche ich immer, Leute in den jeweiligen Ländern kennen zu lernen. Ich war 1994/95 ein Jahr mit AFS in den USA, und seitdem hab ich immer viel mit Austauschschülern gemacht, so hab ich da schon unheimlich viele Kontakte. Und seit ich von von Mensas SIGHT gehört habe, fasziniert mich die Idee des Hospitality Exchange. SIGHT ist eigentlich DER Grund, dass ich in Mensa bin, hab darüber 1997 in Venezuela mal unglaublich interessante Leute kennen gelernt, und seitdem hab ich es sporadisch genutzt. Generell waren die Mensaner, die ich so getroffen habe, superinteressant und hilfsbereit, die Nützlichkeit ist allerdings relativ beschränkt, da die Koordinatoren oft keine Gastgeber haben und selbst in die Bresche springen.Auf dieser Reise hab ich die SIGHT Koordinatorin in Chile kennen gelernt, das war's aber auch schon, wenn ich mich recht erinnere.

Naja, nach Venezuela fand ich die Idee aber so geil, dass ich sie einfach auf AFS übertragen habe, dort baue ich seitdem das AFS Hospitality Network auf - www.afs.de/afshn. Hab zwar einen Haufen Koordinatoren, aber wir kranken an ähnlichen Problem wie SIGHT, ich verliere den Kontakt zu einigen Leuten, sie sind nicht recht motiviert etc.

Rettung ist aber in Sicht, denn im August 2000 nahm ich das größte Projekt in Angriff, den Hospitality Club - www.hospitalityclub.org. Die Idee bleibt weiterhin, Leute zusammenzubringen, aber nun ohne Koordinatoren, und nicht nur für eine begrenzte Zielgruppe, sondern für die ganze Welt. Die Seite hat eingeschlagen wie eine Bombe, dieses Jahr hab ich offiziell dazu benutzt, die Website weiter auszubauen, bin dazu von meiner Uni (WHU Koblenz) ein Jahr zwischen Studium und Diplomarbeit beurlaubt worden. Der Club wird für Euch sicherlich nützlicher sein als SIGHT, darum, sobald ihr diesen Artikel gelesen habt, ab ins Netz und registrieren. Dann brauch ich hier auch nicht alles zu erklären. Genau, auf Reisen also immer versuchen, Leute kennen zu lernen, und nicht nur in Hotels absteigen.

Trampen - bin auf der gesamten Reise getrampt, mit Ausnahme von Bolivien und dem Süden Perus, wo es keinen Verkehr gibt und Busse saubillig sind. Und über die Urwald-Lücke zwischen Kolumbien und Panama musste ich auch drüberfliegen, dort gibt's nämlich keine Straße. Ich bin absolut überzeugter Tramper, davon könnt Ihr Euch auch auf meiner Seite überzeugen - http://trampen.veitkuehne.de, und auch auf dieser Reise haben unglaublich viele positive Erlebnisse die auch oft beschwerlichen Stunden lohnen lassen. Darum, bei der nächsten Reise Trampen als Möglichkeit mit einbeziehen.

Geld - macht Euch keine Sorgen. Oft erzählen Leute, sie könnten nicht reisen, weil sie die Kohle nicht hätten. Wenn man einigermaßen sparsam reist, ist das aber kein Problem. Ich gebe auf Reisen oft weniger aus, als wenn ich in Deutschland bin, wo ich Zimmer und so bezahlen muss. Im Moment kann ich Euch noch keine Zahlen geben, aber wenn ich zurück bin, rechne ich mal durch, wie viel ich in dem Jahr ausgegeben habe. Weiß aber jetzt schon, dass es ein lächerlicher Betrag wird.

Jou, viel mehr Tipps hab ich im Moment nicht. Wenn Ihr mehr wissen wollt, dann schickt mir einfach ne email (veit@hospitalityclub.org), ruft mal an (05521-3256, meine Mutter, weiß eigentlich immer, wo ich stecke), oder besucht mich mal in Herzberg (Harz, halbe Stunde von Göttingen) oder in Dresden, wo ich wohl Diplomarbeit schreiben werde (0351-8301408, meine Grosseltern, werd dort wohnen), meine Türen stehen immer offen. Und ich hab auch richtig Lust, endlich mal ein paar deutsche Mensaner kennen zu lernen, noch dazu wenn sie jung sind...;-)

Viele Grüße aus Honduras,

Veit www.veitkuehne.de

Ein kleiner Artikel über mein grösstes Hobby. Mehr Infos auf der Reise-Seite.