Pressemitteilung
29. November 1996
JuLis für Hasch im Supermarkt
Die Jungen Liberalen Niedersachsen e. V. (JuLis) haben in der aktuellen Debatte um den in Schleswig-Holstein geplanten Modellversuch zum Verkauf von Haschisch und Marihuana in Apotheken die SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag scharf angegriffen. Der JuLi-Landesvorsitzende Philipp Rösler (23) bezeichnete die Ablehnung des Modellversuchs durch den innenpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Sigmar Gabriel, als "weltfremd".
"Für viele Jugendliche ist es heute genauso normal, in Ruhe einen Joint zu rauchen, wie es für ihre Väter normal ist, in der Kneipe ein Bier zu trinken. Doch die SPD will die jungen Leute weiter kriminalisieren. Diese jugendfeindliche Politik ist gerade in der Woche, in der sich die SPD mit ihrem Jugendparteitag ein modernes Outfit geben wollte, ein Schlag vor die Köpfe der Jugendlichen", so Rösler.
Er forderte daher die Landesregierung auf, den Modellversuch auf Niedersachsen auszudehnen. Dies könne ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. Endgültiges Ziel der JuLis bleibe die völlige Legalisierung von Haschisch und Marihuana, deren Potential abhängig zu machen und die Gesundheit zu gefährden wesentlich geringer sei, als das von Alkohol und Nikotin.
"Warum soll man nicht Hasch-Zigaretten oder space-cakes wie Schnaps und Tabak im Supermarkt kaufen können?" so Rösler. Der JuLi-Chef plädierte für die rechtliche Gleichstellung dieser weichen Drogen.
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