Antrag zur Umgehungsstraße



Die wohl wichtigste Angelegenheit, die der Rat während meiner Zeit als Ratsherr zu behandeln hatte war die  geplante Umgehungsstraße. Herzberg wird von 2 Bundesstraßen durchschnitten, in den 70er Jahren wurde   eine Umgehungsstraße unklugerweise abgelehnt - der Verkehr sollte auch Geschäft in die Stadt bringen. Nun soll die B243 zur Hauptschiene aus dem Raum Hannover Richtung Sachsen-Anhalt ausgebaut werden. Herzberg soll nach den Plänen eine Ortsumgehung erhalten, die eine häßliche Brücke und das Zerschneiden von Naturschutzgebieten beinhaltet. Die Realisierungschancen sind schlecht, wer weiß, ob die Trasse jemals gebaut wird.

Ich konnte die F.D.P.-Mitglieder in Herzberg von meiner Position überzeugen, statt dieser Mammut-Lösung, die vielleicht nie realisiert wird, lieber schnell kleine Schritte zur Verbesserung der Situation zu fordern. Meine Position wird im Antrag unten deutlich. Die Diskussion um den Antrag war eine der unterhaltsamsten während meiner Zeit im Rat: Nachdem ich den Fraktionen von SPD und CDU (die für die Umgehung waren) erzählt hatte, daß eines Tages meine Kinder auf ihrer überflüssigen Straße spielen werden, antwortete der Fraktionsvorsitzende der CDU, Manfred Greune mit der Bemerkung, daß sie das lieber nicht tun sollten, da seine Enkel dort Autofahren würden...:-)

Im Großen und Ganzen war die Ratsarbeit wirklich von einer konstruktiven und, wie in diesem Fall, augenzwinkernden Zusammenarbeit geprägt. Nachdem ich erst einmal etwas Respekt erlangt hatte, machte es wirklich Spaß, ab und zu etwas Sinnvolles zu sagen, oder Vorschläge zu machen. Der Grüne Marwede schloß sich übrigens meinem Antrag an...


Änderungsantrag zu TOP 16 der Sitzung des Rates der Stadt Herzberg am Harz am 7.5.1997 (Raumordnungsverfahren B 243n)

Der Rat möge beschließen:

Die Stadt Herzberg am Harz begrüßt ausdrücklich, daß Maßnahmen geplant werden, die zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in der Stadt führen.
Sie lehnt jedoch eine Ortsumgehung, wie sie die Varianten 2-9 vorsehen, ab. Gründe hierfür sind vor allem die Durchschneidung der Naturschutzgebiete Eichholz und Sieberaue, die Gefährdung der Trinkwassergebiete um Herzberg, der hohe Flächenverbrauch und die damit einhergehende Beeinträchtigung der Gebiete der Stadt und benachbarter Gemeinden, die hohen Kosten und die schlechte Entlastung der jetzigen Ortsdurchfahrt.

Aufgrund der schlechten Realisierungschancen des Projekts und seiner erst in ferner Zukunft zu erwartenden Entlastungswirkung fordert die Stadt Herzberg am Harz die zuständigen Behörden auf, schnellstmöglich Schritte zu ergreifen, die zu einer Verbesserung des derzeitigen Zustandes führen. Diese „kleinen“ Schritte sollen umfassen:


 

Die Stadt Herzberg am Harz spricht sich dafür aus, die so freiwerdenden Mittel in die Sanierung der sogenannten Südharz-Strecke von Northeim nach Nordhausen zu investieren. Davon würden nicht nur die Bürger Herzbergs, sondern die Bewohner des gesamten Südharz-Raumes profitieren.
 

(Veit Kühne, F.D.P.)


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