Ich konnte die F.D.P.-Mitglieder in Herzberg von meiner Position überzeugen, statt dieser Mammut-Lösung, die vielleicht nie realisiert wird, lieber schnell kleine Schritte zur Verbesserung der Situation zu fordern. Meine Position wird im Antrag unten deutlich. Die Diskussion um den Antrag war eine der unterhaltsamsten während meiner Zeit im Rat: Nachdem ich den Fraktionen von SPD und CDU (die für die Umgehung waren) erzählt hatte, daß eines Tages meine Kinder auf ihrer überflüssigen Straße spielen werden, antwortete der Fraktionsvorsitzende der CDU, Manfred Greune mit der Bemerkung, daß sie das lieber nicht tun sollten, da seine Enkel dort Autofahren würden...:-)
Im Großen und Ganzen
war die Ratsarbeit wirklich von einer konstruktiven und, wie in diesem
Fall, augenzwinkernden Zusammenarbeit geprägt. Nachdem ich erst einmal
etwas Respekt erlangt hatte, machte es wirklich Spaß, ab und zu etwas
Sinnvolles zu sagen, oder Vorschläge zu machen. Der Grüne Marwede
schloß sich übrigens meinem Antrag an...
Der Rat möge beschließen:
Die Stadt Herzberg am Harz
begrüßt ausdrücklich, daß Maßnahmen geplant
werden, die zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in der Stadt
führen.
Sie lehnt jedoch eine Ortsumgehung,
wie sie die Varianten 2-9 vorsehen, ab. Gründe hierfür sind vor
allem die Durchschneidung der Naturschutzgebiete Eichholz und Sieberaue,
die Gefährdung der Trinkwassergebiete um Herzberg, der hohe Flächenverbrauch
und die damit einhergehende Beeinträchtigung der Gebiete der Stadt
und benachbarter Gemeinden, die hohen Kosten und die schlechte Entlastung
der jetzigen Ortsdurchfahrt.
Aufgrund der schlechten Realisierungschancen des Projekts und seiner erst in ferner Zukunft zu erwartenden Entlastungswirkung fordert die Stadt Herzberg am Harz die zuständigen Behörden auf, schnellstmöglich Schritte zu ergreifen, die zu einer Verbesserung des derzeitigen Zustandes führen. Diese „kleinen“ Schritte sollen umfassen:
Die Stadt Herzberg am Harz
spricht sich dafür aus, die so freiwerdenden Mittel in die Sanierung
der sogenannten Südharz-Strecke von Northeim nach Nordhausen zu investieren.
Davon würden nicht nur die Bürger Herzbergs, sondern die Bewohner
des gesamten Südharz-Raumes profitieren.
(Veit Kühne, F.D.P.)
Veit
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