32. JuLi-Landeskongreß in Uelsen

Der 32. Landeskongreß der niedersächsischen Jungen Liberalen (JuLis) fand am ersten Novemberwochenende in Uelsen statt. Für viele JuLis stellte sich so erst einmal die Frage "Wo liegt Uelsen überhaupt?". Nach längerer Suche auf der Landkarte fand sich der Ort in der Grafschaft Bentheim, näher an Amsterdam als an Hannover.

Trotz der langen Anreise kamen viele JuLis bereits am Freitagabend zu erweiterten Landesvorstandssitzung am Tagungsort, der Uelsener Jugendherberge an. Die Herbergsmutter zeigte sich sichtlich erfreut über unseren Besuch, scheint Uelsen doch sonst nicht gerade der Renner im Angebot der niedersächsischen Jugendherbergen zu sein. Doch die Abgeschiedenheit und Ruhe des Uelsener Waldes schlug sich auch auf die JuLis nieder - es sollte ein harmonischer Kongreß werden.

Am Samstagmorgen stellte sich der F.D.P.-Landesvorsitzende Walter Hirche den kritischen Fragen des Nachwuchses, die sich vor allem auf den unglücklichen Zeitpunkt der Verabschiedung des Sparpakets zwei Tage vor der Kommunalwahl und auf das Einknicken der F.D.P. beim Solidarzuschlag bezogen. Hirche sicherte den JuLis zu, sich für eine Verjüngung der Kandidatenliste der F.D.P. zur Landtagswahl 1998 einzusetzen.

Ein Landesvorsitzender kommt selten allein, und so hielt auch JuLi-Chef Philipp Rösler eine kurze Rede, in der er auf das erfolgreiche Abschneiden der JuLis bei der Kommunalwahl hinwies. Er beglückwünschte die neun jungen Mandatsträger Jörg Bode, Caroline Hattesohl, Michael Hübscher, Guido Kamphorst, Veit Kühne, Eckart Lantz, Michael Müller, Norman Ranke und Hergen Stolle zu ihrer Wahl.

Nach dem Mittagessen vertieften sich die JuLis in die Antragsberatung, die zuvor in Arbeitskreisen vorbereitet worden war. Sie forderten unter anderem die Verschärfung der Strafen für Meeresverschmutzung, die Verlängerung der Transrapid-Trasse bis Rotterdam, den Erhalt von Haupt- und Realschule und die Einstellung neuer Lehrer. Abgelehnt wurde ein Antrag, Abgeordnete mit Erreichen des 65. Lebensjahres in Rente zu schicken.

Am Abend des ersten Kongreßtages stand die traditionelle Fete auf dem Programm. Hier zeigte sich wieder einmal, was die Niedersachsen im Gegensatz zu anderen Landesverbänden auszeichnet - sie können feiern. Viele neue Mitglieder waren überrascht von der guten Stimmung und dem lockeren Umgang bei einem politischen Jugendverband, sie feteten jedoch kräftig mit.

Am nächsten Morgen hatten sicherlich einige JuLis Probleme, mit brummendem Schädel der Rede des designierten Spitzenkandidaten zur Landtagswahl Michael Goldmann zu folgen. Auch ob sie den F.D.P.-Erfolg - die erstmals an jenem Sonntag "legalen" Brötchen - genossen, ist fraglich. Freude bereiteten jedoch sicherlich Goldmanns lobende Worte und seine Zusage, sich für zwei JuLis unter den ersten zehn Kandidaten zur Landtagswahl einzusetzen. Es wurde deutlich, daß auch die JuLis mit der Vorentscheidung zugunsten des goldigen Emsländers sehr zufrieden sind, und ihn mit allen Kräfte unterstützen werden

Auch die JuLis mußten nun eine personelle Entscheidung treffen - sie wählten Veit Kühne aus Herzberg (Kreis Osterode) zum stellvertretenden Landesvorsitzenden für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Er wurde Nachfolger von Steffi Luscher, die die F.D.P. in Rostock unterstützen wird. Zum neuen Beisitzer wurde Michael Hübscher aus Stuhr (Kreis Diepholz) gewählt.

Nachdem auch dieser Punkt erledigt war, konnten sich die JuLis auf den (für viele) langen Heimweg machen. Sie hatten sicherlich keinen ungewöhnlichen, aber doch einen sehr sympathischen Landeskongreß erlebt. Er steigerte die Vorfreude auf den Landtagswahlkampf, den der liberale Nachwuchs mit einem eingespielten Team und mit dem besseren Ende für seine Kandidaten und für die F.D.P. bestreiten wird.



Veit Kühne


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