Der Brief der ehemaligen 10a an Schulleiter Kleinicke

In diesem Brief nehmen meine Freunde und ehemaligen Mitschüler Stellung zu Schulleiter Kleinickes unverschämtem Brief.

Die Schülerinnen und Schüler
der Klasse l0a, Schuljahr 1993/94,
des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiurns
37412 Herzberg

An die Schulleitung des E.-M.-A.-Gymnasiums                7.9.1994

Betr.: Einteilung der 11. Klassen für das Schuljahr 1994/95
Bezug: Ihr Schreiben an den Schulelternrat vom 26.8.1994


Sehr geehrter Herr Kleinicke,

wir sind über das o. a. Schreiben informiert worden und möchten Ihnen mitteilen, daß wir mit einigen Sätzen Ihres Schreibens nicht einverstanden sind. Wir möchten dazu Stellung nehmen.

Sie schreiben, daß Schritte zur Lösung des Problems gefunden wurden, die tags darauf vom Klassensprecher Veit Kühne widerrufen wurden. Wir fragen uns, welche Schritte Sie meinen, da es aus unserer Sicht gar keine gab.

Des weiteren schreiben Sie, "Schülerinnen und Schüler, die sich bereit erklärten, die Klasse zu wechseln, wurden mit Ausschluß aus der Gruppe bestraft." Dies ist absolut falsch. Wie Sie aus persönlicher Erinnerung wissen müßten, erklärten sich Tanja Vaupel und Katrin Störmer nur deshalb bereit, die Klasse zu wechseln, um einem bestimmten Lehrer in Zukunft nicht mehr im Unterricht begegnen zu müssen. Diese Schülerinnen wurden keinesfalls mit Ausschluß aus der Gruppe bestraft. Lediglich um Tanjas und Katrins Wunsch zu unterstützen, führten wir sie bei der von Ihnen empfohlenen Auflistung der Schülerinnen und Schüler, mit denen jeder einzelne in eine Klasse kommen wollte, nicht auf, bzw. trennten sie vom Rest der Klasse durch das Wort "außer" ab. Neben diesen Schülerinnen führten wir dort auch die Namen Annika Mädrich, Veit Kühne und Birte Schwalm auf, die die Klasse aus Ihnen bekannten Gründen ohnehin verließen. Wir stellen also noch einmal fest, daß wir keine Schülerin und keinen Schüler aus der Gruppe ausgeschlossen haben. Ihre Behauptung, die Klasse habe kein gutes Sozialverhalten. scheint somit aus unserer Sicht widerlegt.

Weiterhin teilen wir Ihnen mit, daß die ehemalige Klasse l0a des Schuljahres 1993/94 und die jetzige 11a von niemandem, auch nicht vom Klassensprecher Veit Kühne dominiert oder gar tyrannisiert wurde und wird. Wir schätzen Veit Kühne als mutigen Schüler, der sich für uns einsetzte und auch nicht davor zurückschreckte, Lehrer bzw. die Schulleitung auf eventuelle Fehler hinzuweisen. Veit handelte und sprach im Namen und Auftrag von uns allen.

Sie schreiben, daß wir uns der Arbeit an einer Problemlösung verweigerten. Dies taten wir nur, weil wir auf Ihre dem Schulelternrat gegebene Zusage, daß keine Schülerin/kein Schüler gegen seinen Willen aus ihrer/seiner Klassengemeinschaft gehen müsse, vertrauten.

Wir fragen uns auch, wie Sie bei der Einteilung der jetzigen 11. Klassen Informationen aus der Befragung der Schüler/innen der ehemaligen Klasse l0a zugrundelegen konnten, da wir entweder alle Schüler/innen der Klasse bis auf die oben genannten 5 notierten oder die Formulierung "alle außer ..." benutzten.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Behre, Katharina Bosse, Nico S. Cohrs, Steffen Craul, Verena Deppe, Nils Döring, Kai Fischer, Klaus Heinrich, Christopher Koch, Matthias Sassenberg, Lars Wiedemann, Björn Winter, Xxxxx Xxxxxx*, Jörg Großkopf, Carsten Jockisch, Mathias Weiser, Thomas Muche, Daniela Krause, Jana Keilholz, Jessica Wegehaupt, Carmen Oehne, Isabel Klapproth, Ralf Mirus, Axel Mirus, Tanja Vaupel, Kai Mirus, Katrin Störmer, Birte Schwalm


Dies war der Schlußpunkt der ganzen Geschichte, Schulleiter Kleinicke hielt es nicht für nötig auf diesen Brief zu antworten. Auch wenn sie nun schon wieder lange zurückliegen, vergessen werden wir diese skandalösen Vorgänge wohl nie, und vielleicht haben wir mit unseren Veröffentlichungen auch der einen oder anderen Schülergeneration nach uns geholfen...


Auf diese Geschichte folgte mein urspünglich für die ABI-Zeitung geschriebener Artikel "Eine tolle Schule".

*Name eines Mitabiturienten und Jahrgangsbesten im Oktober 2006 (9 Jahre nach dem Abi) gelöscht, nachdem er gedroht hatte mich "wegen Verleumdung und Verstoßes gegen das Namensrecht anzuzeigen". Er befürchtete negative Auswirkungen auf seine Karriere, sollten Personaler im Netz auf sein Engagement aus der Schulzeit stossen. Whatever.


© 1997  Veit Kühne