Das erste Mal

Stefan Bukacek hatte mich über diese Tramperseiten kontaktiert und probierte das Trampen selbst einmal aus. Ging nicht wirklich glatt, aber er hat bei diesem ersten Mal schon ne Menge gelernt. Hier berichtet er in ner email an mich...

VK> Schreib mal was ueber Deine Tramperfahrungen, und schick es mir, wenn Du
VK> Lust hast!

naja, die fingen fatal an. ich war überzeugt, dass ich wohl mal als student die strecke ddf-aschaffenburg mit dem daumen zurücklegen müsste. das gehöre sich doch irgendwie so. und so hab ich vor gut nem jahr meine erste tramp-erfahrung gemacht, die mich merkwürdigerweise nicht von weiteren versuchen abgehalten hat. es begann damit, dass ich eigentlich meine freundin in köln überraschen wollte, sie dann aber doch nicht dort war, und so wollte ich eigentlich mit dem zug nach hause fahren, stelle mich dann aber an den straßenrand, weil mein zug erst in ner stunde gefahren wäre - und irgendwas muss man in der zeit ja machen.

so hielt ich mich reif für meine erste tramp-erfahrung und stellte mich in bahnhofsnähe an denkbar schlechter stelle an ne ampel. grade als ich schon wieder gehen wollte, hielt ein geschwätziger 50jähriger an, dem ich diese eigenschaft noch nicht ansah, weshalb ich mich auf sein versprechen hin, mich zu einer "guten" autobahn zu bringen. tatsächlich brachte mich dieser echte kölsche jong auch zu einer autobahn, der A1 ("die liegt ganz in der nähe von der A3!" - ich hielt seine ortskenntnis für höher als die meine), allerdings erst, nachdem er mir gegenüber seine wichtigkeit für das fortbestehen der FORD-werke betont (er war vertreter für irgend ein plastik-gemisch, das man sicher auch bei einem weniger geschwätzigen händler bekommen hätte) und mir zum beweis dieser these auch noch sightseeing-mäßig die motorenproduktion in köln-nord gezeigt hatte.

dort sollte ich nach gut 2 stunden feststellen, dass ich schon wieder fast in düsseldorf war. super! außerdem stand ich nun auf so ner zulieferer-straße, auf der kaum was los war, und sich auch nur nicht-anhaltewillige LKW-fahrer aufhielten. dann machte ich etwas sehr doofes (wiegesagt, erstes mal..): ich fuhr vor lauter glück nach 30 min mit einem ganz netten typen wieder mit auf die autobahn, aber nach einem KM stellte ich fest, dass ich am besten am nächsten autobahnkreuz auf die andere autobahn wechseln sollte, weshalb er mich einfach direkt an diesem autobahnkreuz auf dem standstreifen abstellte (wiegesagt, erstes mal..).

komischerweise wurde ich dann nach ein paar minuten von einem LKW-fahrer mitgenommen, der extra für mich die ausfahrt blockierte. auch bei ihm blieb ich nur für ein paar minuten, denn - ermutigt durch den erfolg der autobahnkreuzaktion - hielt ich es für nicht unwahrscheinlich, am kreuz leverkusen wieder vom standstreifen aus mitgenommen zu werden. tatsächlich wurde ich das auch, aber erst, nachdem ich über eine stunde im regen gestanden hatte und dann frustriert (ich hatte mir zeitweise gewünscht, dass die männchen in grün mich einsammeln kommen) über den grünstreifen und einen betonpfeiler hinweg zur A3 gestiefelt bin, wo grade glücklicherweise stau war...

4 weitere autos, 200 km und 8 (!) stunden später war ich dann endlich in aschaffenburg. aber dennoch war das kein hindernis, es nicht nochmal zu versuchen, und die anderen male wurde das trampen - nicht zuletzt dank Deiner tankstellen-ansprech-tips - ein erfolg.

so. das war jetzt ziemlich ausführlich, ich schick's endlich mal ab..

gruß
stefan

Nicht immer läuft alles glatt. Aber aus Fehlern lernt man, und wie gesagt - Du kommst IMMER an! Zurück zum Tramperhome.